Jack Savoretti: Europiana – Albumreview

Jack Savoretti: Europiana – Albumreview

Pathetische Balladen und der Disco-Sound der 70er stehen im Mittelpunkt des neuen Albums des britischen Songwriters Jack Savoretti

Nachdem er sein letztes, 2019 erschienenes und von uns an dieser Stelle rezensiertes Album „Singing To Strangers“ im Studio von Ennio Morricone in Rom aufgenommen  hat, zog es Jack Savoretti nun in die Abbey Road Studios in London. Als Produzenten konnte der Brite mit italienischen Herkunft Cam Blackwood (George Ezra, Florence & The Machine) und Mark Ralph (Jess Glynne, Years & Years, Jax Jones) gewinnen. Über den gewählten Albumtitel weiß Savoretti Folgendes zu berichten: “’Europiana‘ ist kein Sound. Es sind Referenzen und Inspirationen und die Emotionen, die sie hervorrufen. Es ist die Musik aus den Sommern meiner Kindheit, neu gemacht für heute.” 

Elton-John-Balladen und der Disco-Sound der 70er

Jack Savoretti Europiana Cover EMI Universal Music

Die Kindheit Savorettis lag zwar in den 80ern, den Pop-Sound der 70er fing der 37-jährige Songwriter für „Europiana“ indes nicht minder erfolgreich ein. Drei mit Gold ausgezeichnete Alben in Folge hat Jack Savoretti veröffentlicht, darunter mit „Singing To Stranges“ sein erstes Nummer-1-Album in Großbritannien. Und man muss kein Prophet sein, um seiner nunmehr siebten Platte einen ähnlichen Erfolg vorherzusagen. Fast alle der elf auf „Europiana“ befindlichen Songs taugen für das Formatradio, ohne sich jedoch etwaigem Zeitgeist anzubiedern.

Sicher, es weht ein nostalgischer Wind durch die Sounds dieses Albums, die sich an den Balladen eines Elton John genauso orientieren wie am Disco-Klang der Seventies. Savoretti weiß seine markante Stimme mit reichlich, manchmal schwer mit Kitsch flirtender Grandezza in Szene zu setzen. Wie im Opener „Remember Us“, bei dem er mit Inbrunst schmachtet, die Streicher in schwindelerregende Höhen abheben und ein „Lalala“-Chor seinen Beitrag zur dramatisch-nostalgischen Gefühlslage einer Erinnerung an die große Liebe beisteuert.

Jack Savoretti und die Zusammenarbeit mit Nile Rodgers

Ein pompöser Einstieg, der im weiteren Verlauf des Albums einigen tanzbaren Disco-Songs weicht. Von denen das mit Legende Nile Rodgers (Chic) gestrickte, ohrwurmträchtige „Whos Hurting Who“, das im Text direkt auf das Jahr 1976 verweisende und mit einer melancholisch-lässigen Atmosphäre daherkommende „Too Much History“ sowie  das den Eighties-Italo-Pop feiernde „Secret Life“ herausstechen. Ergreifende Balladen wie „More Than Ever“, und „The Way You Say Goodbye“ sowie die soulige Uptempo-Nummer „Calling Me Back To You“ runden das Album ab. „Maybe love is still the answer“ singt Savoretti im abschließenden, doch arg pathetischen „War Of Words“ und ein Kinderchor schmettert mit. Savoretti ist ein Romantiker und hat ein Album mit zahlreichen potentiellen Hits eingespielt. So lässt sich die Mainstream-Musik leicht goutieren.

„Europiana“ von Jack Savoretti erscheint am 25.06.2021 bei EMI / Universal Music. (Beitragsbild von Chris Floyd)

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