Black River Delta: Shakin‘ – Albumreview

Black River Delta: Shakin‘ – Albumreview

Leidenschaftlicher Southern-Blues-Rock des schwedischen Quartetts Black River Delta

Wenn Sie sich beim Hören aktueller Rock-Musik gerne überraschen lassen möchten:  Gehen Sie bitte weiter, hier gibt es nichts zu sehen. „Shakin’“, das dritte Album des bluesgetränkten Rockquartettes aus Schweden, bietet ebenso wie die beiden Vorgänger nichts, was man nicht ähnlich von anderen Musikanten in den letzten 40 Jahren zu hören bekommen hat. Sie würden sich selber musikalisch als eher konservativ bezeichnen und schätzen einen Vintage-Sound, der zwar keine Innovationspreise gewinnt, aber authentisch, leidenschaftlich wie originell vollzogen wird und damit einen idealen Hintergrund bietet für verschwitzte Abende in Clubs, in denen mehr oder weniger mächtig dem Frisch-Gezapften gehuldigt wird und sich kein Mensch, schon aus Prinzip, an das bestehende Rauchverbot halten mag? Jetzt kommen wir ins Geschäft.

Black River Delta bieten den flimmernden Kick

Black River Delta Shakin' Cover Sofaburn Records

Black River Delta bieten dafür eine perfekte Untermalung, mit „Shakin’“ sogar noch etwas mehr (subjektiv gesehen) als die beiden Vorgänger. Wieso? Nun, zum einen sind die elf Songs durchweg ansprechend instrumentiert – die Gitarren jammern, zerren und jaulen druckvoll bis melancholisch, die Drums treiben das Ganze kräftig nach vorne, der Bass unterfüttert das mit lässigem Groove und die immer mal wieder ins Spiel gebrachte Mundharmonika oder Orgel gibt dem Sound, den man komplett dem amerikanischen Süden zuordnen würde, den letzten flimmernden Kick. Krampfhaft auf Airplay gemünzte Kompositionsdebakel sucht man außerdem vergebens – das ist leider keine Selbstverständlichkeit, schon gar nicht bei dieser Art von Musik.

Die extraordinäre Sangeskunst von Erik Jacobs

Und dann müssen wir  noch über das Sangesorgan von Erik Jacobs sprechen: Das ist nämlich fast schon als extraordinär zu bezeichnen, passt wie das oft besungene Hinterteil auf den sprichwörtlichen Eimer und lässt einen an tief liegende Wahrheiten glauben in den Texten, deren Titel schon ein Sammelsurium darstellen aus der Klischeehölle des Rock’n’Roll. Züge, Fernweh, Autos, Herzschmerz, Straßen, Einsamkeit, Berge, you name it, alles dabei. Aber hallelujah, diese Stimme: Erzähl mir mehr, Erik Jacobs, egal was, egal wie oft ich solche Geschichten gehört haben mag, egal wie blöd ich sie am Ende fände, dächte ich drüber nach. Mach ich aber nicht.

Ich zieh mir „Shakin’“ rein, gerne wiederholt sowie gerne mit After Work-Schoppen, und drücke bei besonders beeindruckenden Stücken wie „Train Back Home“, bei denen einfach komplett alles stimmt, gerne auf die Repeat-Taste. Und freue mich auf den Dezember: Da bespielen Black River Delta dann die Clubs (wenn nichts dazwischenkommt). Das wird ein Fest, mit Sicherheit. Alles andere würde mich sehr überraschen.

„Shakin'“ von Black River Delta erscheint am 04.06.2021 bei Sofaburn Records / Cargo Records. (Beitragsbild von Niclas Berglind)

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