Amy Macdonald: Life In A Beautiful Light

Amy Macdonald: Life In A Beautiful Light

Melodien für die große Bühne

So ist das manchmal im Leben. Wenn man zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ist, oder zum richtigen Zeitpunkt die richtige Platte herausbringt. Den richtigen Nerv des Mainstream-Radios hat Amy Macdonald 2007 mit ihrem Debut-Album „This Is The Life“ definitiv getroffen.

Amy Macdonald als musikalischer Gegenentwurf zu den Lady Gagas

Sie war der 20-Jährige ehrliche Gegenentwurf zu den Lady Gagas dieser Welt, ohne Schnickschnack, ohne Brimborium, ohne Masken. Man nahm der jungen Schottin die Natürlichkeit sofort ab. Hübsch, verträumt, nachdenklich und mit Melodien gesegnet, die einfach prädestiniert für die große Bühne waren. Der Titelsong und Singleauskopplung „This Is The Life“ hatte die ansteckende, beschwingte Euphorie, der man sich nicht entziehen konnte. Und die so unfaßbar genialen wie pathetischen Hymnen „Run“ und „L.A.“ trafen dann auch noch mitten zwischen das Travis- und Coldplay-Herz. Amy Macdonald hatte den Dreh raus und bezauberte durch eingängigen Folk-Pop-Rock mit Weltumarmungshymnen. Die Charts waren okkupiert, Platz eins in den UK, und Platz drei in den deutschen Hitparaden waren der Lohn. Noch opulenter geriet der Nachfolger „A Curious Thing“, dessen Songs Amy Macdonald während ihrer ersten großen Tournee schrieb. Mit „Don’t Tell Me That It’s Over“, „Spark“ und „Your Time Will Come“ schöpfte Macdonald gleich aus dem Vollen, noch mehr Streicher, noch mehr große Momente. Die Fans in Mitteleuropa lagen ihr noch intensiver zu Füßen, in Deutschland, Österreich und der Schweiz kletterte sie mit „A Curious Thing“ bis ganz an die Spitze der Hitparaden, in Großbritannien reichte es immerhin zu einem vierten Platz. Erstaunlicherweise hat die nun fast 25-Jährige die US-Charts noch nicht erobert.

Das Hitpotential der Amy Macdonald auf „Life In A Beautiful Life“

Vielleicht gelingt ihr das nun doch endlich mit dem dritten Album „Life In A Beautiful Light“. In der Musikwelt der Amy Macdonald hat sich nichts wesentlich verändert. Dem verspielten, zumeist fröhlichen und so massenkompatiblen Folk-Pop-Rock der ersten beiden Platten bleibt sie sich treu. Natürlich hat man auch nichts anderes erwartet und solange der bekennende Glasgow Rangers-Fan weiterhin so zauberhafte Melodien wie zum Beispiel den Titelsong „Life In A Beautiful Life“ aus den Ärmeln schüttelt, soll uns das auch nur recht sein. Man möchte bei diesem schwelgerischen Pop sofort losrennen und fremde Menschen umarmen. Und so geht es einem natürlich auch noch beim Hören vom Eröffnungsstück „4th Of July“, bei „Pride“, „Slow It Down“, oder „The Days Of Being Young And Free“. Amy Macdonald verbreitet gute Laune, ohne banal zu werden, verarbeitet die Alzheimer-Krankheit ihrer verstoreben Oma („Left That Body Long Ago“), schreibt einen Text über die Rettung der chilenischen Bergleute („Human Spirit“) und befaßt sich mit dem politischen Umsturz in Nordafrika („Across The Nile“). Und in „The Game“ tritt sie ganz leise in die Fußstapfen von Dusty Springfield. „Life In A Beautiful Light“ hat wieder all das bekannte Hitpotential, das den Namen Amy Macdonald ausmacht. Die Spitzenpositionen in Europa scheinen garantiert. Wird sie auch die USA knacken?

„Life In A Beautiful Life“ von Amy Macdonald ist am 8.6.2012 bei Universal erschienen

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