Nik Bärtsch: Listening – Music – Movement – Mind

Nik Bärtsch: Listening – Music – Movement – Mind

Der Schweizer Pianist und Komponist Nik Bärtsch berichtet in dem Buch „Listening: Music-Movement-Mind“ aus seinem flexiblen Leben

Nik Bärtsch dürfte in seinem Alltag nur selten über Langeweile klagen: Der 1971 in Zürich geborene Pianist, Komponist und Musikproduzent ist dreifacher Vater, veröffentlicht seit 2005 bei ECM Records, gilt als Begründer der sogenannten Ritual Groove Music, betreibt sein eigenes Label „Ronin Rhythm Records“, ist in seiner Heimat Inhaber des Clubs „Exil“, ist Gastdozent u. a. an der Musikhochschule Winterthur, der Zürcher Hochschule der Künste sowie der Jazzschule Luzern und begeisterter Kampfsportler. Ein Mammutprogramm, das der stets sympathische Bärtsch scheinbar mühelos meistert.

Strukturiert und flexibel

Nik Bärtsch Listening Cover Lars Müller Publishers

Wie er das hinbekommt und wie er die kreative Beziehung zwischen Geist und Körper im Kontext von Musik und Kampfkunst beschreibt, kann man nun in „Listening: Music – Movement – Mind“ nachlesen. Das bei Lars Müller Publishers erschienene Buch bietet auf mehr als 340 Seiten Einblicke in die Gedankenwelt und Arbeitsweise dieses interessanten Menschen. Dabei wird schnell klar, Bartsch ist gleichsam strukturiert wie flexibel. Die zentralen Motive seiner Musik und Aufführungspraxis sind Wiederholung und Veränderung. Beide finden sich auch in seiner generellen Arbeitsweise wieder.

Die Bedeutung der Inspirationsquellen

„This book wants to listen to you – to your thoughts and comments and your attentive silence“, benennt Bärtsch seine Zielsetzung direkt im ersten Satz des Vorworts. Darin betont er auch die Bedeutung verschiedener Inspirationsquellen sowie Netzwerkarbeit. Interessant auch, wie Bärtsch die Leser:innen in seine Gedankenwelt einführt. Von der Kunst des Zuhörens ausgehend wandert er dann über Kapitelnamen wie „Poetic Police“, „Tree of Life“ und „Surface, Self and Practicing“ bis zu „My Perfect Day“, „Samurai at the Piano“ und „Epilogue“.

Nik Bärtsch als unterhaltsamer Autor

Die einzelnen Kapitel funktionieren dabei wie ein kurzes Gespräch mit dem Autor. Der spricht offen und ungekünstelt, reflektiert und inspirierend über die eigene Arbeitsweise und erkundigt sich nach der eigenen. Dabei müssen die Kapitel nicht am Stück, nicht chronologisch gelesen werden. Wie ein Notizblock kann hier kreuz- und quergelesen werden. Weiterer Nebeneffekt: Nach Lektüre dieses Buches wird auch die Wirkung seiner Musik noch einmal mächtiger. Bärtsch ist ein Visionär, ein Wegweiser und ein unterhaltsamer Autor.

Nik Bärtsch: „Listening: Music – Movement – Mind“, Lars Müller Publishers, Broschur, 352 Seiten 194 Illustrationen, in englischer Sprache, 978-3-03778-670-3, 40 €. (Beitragsbild von Claude Hofer, ECM Records)

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