Das Paradies: Transit – Albumreview

Das Paradies: Transit – Albumreview

Florian Sievers, alias Das Paradies, entführt uns mit seinem zweiten Album “Transit” in paradiesische Songwriter-Pop-Klangwelten

Als Mitglied des Folk-Pop-Duos Talking To Turtles hat sich Florian Sievers in den Zehner-Jahren erste Meriten erworben. Unter dem Projektnamen Das Paradies erschien dann 2018 das ganz wundervolle, von Sounds & Books an dieser Stelle rezensierte Solo-Debüt „Goldene Zukunft“. Sein Songwriter-Indie-Pop schwebte unbeschwert, aber mit Tiefgang im Stil von Die Höchste Eisenbahn und entzückte Herz und Verstand. Und brachte ihm sogar ein Engagement als Support von Element Of Crime ein. Sievers gab mit seinem Erstling ein großes Versprechen für die Zukunft ab und ließ die Erwartungen an ein Zweitwerk in die Höhe schnellen.

Das Paradies und Gäste

Das Paradies Transit Cover Grönland Records

Doch scheinbar mühelos löst er nun vier Jahre später Versprechen und Erwartungen zu vollsten Zufriedenheit ein. Zehn neue Songs hat Florian Sievers in seinem Leipziger Atelier-Studio eingespielt. Dabei halfen dem Multi-Instrumentalisten einige weitere Musiker wie Wencke Wollny (Karl die Große) an der Bassklarinette, Sven Regener (Element Of Crime) an der Trompete, Damian Dalle Torre am Saxophon sowie Antonia Hausmann an der Posaune, die das von uns als Song des Tages vorgestellte „Die stroboskopen Jahre“ zu einem wahrlich eleganten Opener veredeln. Im dynamischen und doch schwebenden „Rosa Luft“ hält Sievers die Spannung aufrecht, um im perkussiven, mit Bläsern angereicherten und charmant leichtfüßigen „Wenn ich dir entkommen will“ noch einen draufsetzt.

Paradiesische Songs

Der absolute Höhepunkt folgt im unbeschwerten „Die Dinge, die wir uns sagten“. Und es ist ja nicht nur der Refrain, „wir singen ihn, lalala, die beste Stelle in diesem Lied“, der einen schlicht umhaut. Es ist einfach eine der eingängigsten und wunderschönsten Melodien im deutschsprachigen Pop dieses Jahres. Schon wegen dieser ersten vier Songs – alle auch vorab veröffentlicht – lohnt sich die Anschaffung dieses Albums. Doch allein die Titel einiger weiterer Lieder („Im Orbit ohne Zucker“, „Gebissen wurde ich nur in Wien“, „Im Graben an der Straße ins Licht“) sind Anlass genug, Sievers’ cleveren Texten und feinsinnig und trickreich arrangierten Melodien zuzuhören. Paradiesisch, dieses Album von Das Paradies.

„Transit“ von Das Paradies erscheint am 03.06.2022 bei Grönland Records / Rough Trade. (Beitragsbild von Marco Sensche)     

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