Tusq: The Great Acceleration – Albumreview

Tusq: The Great Acceleration – Albumreview

Nach fünf Jahren meldet sich die Indie-Rock-Band Tusq eindrucksvoll zurück

Es gab Umbesetzungen bei Tusq. Für Holger Lücken und Florian Gelling, die Tusq nach Tourneen durch Russland und Südamerika  in den letzten Jahren verließen, wurden Bassist Michael Schlücker und Schlagzeuger Matthias Frank engagiert. Sänger und Songwriter Uli Breitbach zeigt sich begeistert ob der Neuzugänge: „Das war eine extrem glückliche Fügung mit den beiden. Mit ihrer Expertise in anderen Bands oder auch in eigenen Soloprojekten haben sie den Klangkosmos von Tusq enorm erweitert.“ Nachzuhören ist der Einfluss der beiden neuen Musiker auf The Great Acceleration, dem dritten Album der Band aus Hamburg und Berlin.

Gesellschaftskritische Texte von Tusq

Tusq The Great Acceleration Cover Oktober PromotionFünf Jahre nach dem letzten Longplayer Hailuoto, fand sich das nun neu formierte Quartett für die Aufnahmen von The Great Acceleration in Berlin ein, wo das Album von Gordon Raphael (The Strokes) produziert worden ist. Wie der Titel es bereits evoziert, geht es auf dem Album um die rasante Beschleunigung der modernen, digitalen Gesellschaft, die mit einem steigenden Verbrauch von Ressourcen und privatem Konsum sowie Kontrollverlust einhergeht und von den Songwritern Uli Breitbach und Timo Sauer hinterfragt wird.  „Wie wollen damit nicht zu supergesellschaftskritischen Politpunks mutieren, aber seine Meinung und Haltung muss man unbedingt vertreten“, erläutert Uli Breitbach den Ansatz des Albums.

Indie-Rock zwischen Teenage Fanclub, R.E.M. und Pixies

Musikalisch setzen sie ihre Texte im melodiösen Indie-Rock-Gewand der 90er um und finden dabei die perfekte Schnittstelle aus Teenage Fanclub, R.E.M. und Pixies. Welch großartige Melodien Tusq ihrem Indie-Rock verleihen, kann man ganz besonders bei „Gorilla Syrup“ (Indie-Rock mit Stadionhymnikambitionen zwischen Dinosaur Jr. und R.E.M.), „Be Happy Now“ (melancholischer, fast liebreizender und dennoch vorwärtstreibender Indie-Pop) und „Different Planet“ (bei Sounds & Books bereits als Song des Tages vorgestellt, mit absolutem Hitpotential ausgestattet und mit einem an Mark Knopfler erinnernden Gitarrensolo von Gastmusiker Edgard Scandurra), auf dem Album hintereinander an den Positionen 2-4 gestellt. „

Nothing Is Won“ indes entführt uns in mit seinem Psychedelic-Pop-Ansatz geradewegs in die Sixties, während „The Gang“ zwischen Trommelwirbel, Gitarrenexkurs und feinfühliger Melodie den Indie-Rock auf den Punkt bringt und „No Clouds“ den Pixies-Alternative-Rock abfeiert. Zehn konzise Songs, die The Great Acceleration zu einem wunderbaren Indie-Rock-Erlebnis machen.

„The Great Acceleration“ von Tusq ist am 02.11.2018 bei Oktober Promotion / Soulfood Music erscheinen (Beitragsbild von Chantal Weber).

TUSQ — Gorilla Syrup (Official Videoclip)

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