Teenage Fanclub live in Hamburg – Konzertreview

Teenage Fanclub live in Hamburg – Konzertreview

Anmutig-schwelgerischer Gitarren-Indie-Pop von Teenage Fanclub am 09.02.217 in Hamburg

Mit ihrer letzten Zugabe kehren Teenage Fanclub noch einmal zu ihren Anfangstagen zurück. Sänger und Gitarrist Norman Blake kündigt mit „Everything Flows“ die erste Single des Teenage Fanclub an, die von den Fans im zahlreich besuchten Hamburger Club Uebel & Gefährlich begeistert aufgenommen wird. „Everything Flows“ stammt vom Debütalbum A Catholic Aducation aus dem Jahr 1990, als das schottische Quintett noch im Alternative-Rock zu Hause war und den Collage-Rock der frühen R.E.M. mit dem schottischen Pop von Orange Juice mischte, bevor es sich, ähnlich wie die Kollegen aus Athens, Georgia, auf die Suche nach dem perfekten Popsong begab. So spielen Blake und Leadgitarrist und Sänger Raymond McGinley einen steilen Gitarren-Solo-Doppelpass miteinander und lassen alte Zeiten wieder aufleben.

Ähnlich wie wenige Minuten zuvor, als Teenage Fanclub das Set mit dem nur ein Jahr jüngeren „The Concept“ beendeten. Der himmlische Chorus dieses Songs verrät alles über den Abend. Denn längst haben Teenage Fanclub den perfekten Popsong gefunden. Nicht nur einen, zahlreiche stehen auf der Habenseite in der fast dreißigjährigen Karriere der Glasgower Formation, von denen diverse auf der Playlist des 95-minütigen Auftritts im Uebel & Gefährlich stehen. Eine der genialsten Verbindungen zwischen den Beatles, Thy Byrds, Big Star und The Go-Betweens, zu denen Teenage Fanclub fähig sind, ist zweifellos „The Darkest Part Of The Night“ vom aktuellen Album Here. Norman Blake, Raymond McGinley, Bassist Gerard Love, Drummer Francis McDonald sowie Keyboarder und Gitarrist Dave McGowan vervollkommnen hier ihren grenzenlos harmonischen Indie-Pop mit den bekannten Zutaten der jubilierenden Gitarren, mehrstimmigen Vocals und „Uuh“-Chören.

In der Musik von Teenage Fanclub löst sich jeder Trennungsschmerz, jede seelische Verletzung im ästhetischen Wohlklang auf. „I Don’t Want Control Of You“, „Thin Air“ und „Ain’t That Enough“ sind live von noch anmutigerer Schönheit, als von den Plattenaufnahmen bereits bekannt. Die Setlist besteht aus sechs Songs von Here, denen jeweils vier von Grand Prix und Songs From Northern Britain gegenüberstehen. Den aussagekräftigen Karriere-Querschnitt runden Teenage Fanclub mit drei Howdy-Stücken („My Uptight Life“, „Dumb Dumb Dumb“, „I Need Direction“) sowie den Songs „Radio“ (von Thirteen), „It’s All In My Mind“ (Man-Made) und „Star Sign“ (Bandwagonesque) ab. Schwelgerisch-melancholischeren Gitarren-Indie-Pop kann es kaum geben und es tut einfach sehr gut, mit der Musik von Teenage Fanclub älter zu werden. Live und in Farbe und jederzeit wieder.

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