Florence + The Machine: Dance Fever

Florence + The Machine: Dance Fever

Florence Welch, alias Florence + The Machine, singt und tanzt sich auf „Dance Forever“ in Ekstase

Florence Welch hat da noch etwas gut zu machen. Unter ihrem Bandmoniker Florence + The Machine belegte sie mit ihren ersten drei Alben „Lungs / Between Two Lungs“ (2009/10), „Ceremonials“ (2011) und „How Big, How Blue, How Beautiful“ (2015) eroberte sie jeweils die Spitzenposition in den heimatlichen UK-Charts. Lediglich das 2018 veröffentlichte „High As Hope“ landete „nur“ auf dem 2. Platz. Ob sich die 1986 in London geborene Songwriterin den Thron mit ihrem fünften Longplayer „Dance Fever“ wohl wieder zurückerobern kann?

Die Liebe zum Tanz

Florence + The Machine Dance Fever Cover Polydor Universal Music

Wie der Titel es bereits andeutet, zieht sich Welchs Liebe zum Tanz wie ein roter Faden durch das Album. Beim Song „Choreomania“ wurde sie gar von ihrer Faszination für das eben unter diesem Begriff bekannte Phänomen aus dem 14. Und 15 Jahrhundert, bei dem Gruppen von Menschen sich bis zur Raserei und totalen Erschöpfung tanzten, inspiriert. Ein sich langsam in überbordend-ekstatische Gefilde aufbauender, ungemein tanzbarer Track. Sind andere natürlich ebenfalls, aber nicht alle. „Back In Town“ lebt fast ausschließlich von Welchs Stimme und einigen wenigen mystischen Klängen, während „The Bomb“ im zarten, angejazzten Folkarrangement glänzt. Florence Welch singt auf „Dance Fever“ über die eigene Identität, über klassische Geschlechtermodelle und das Leben als Frau sowie über die Suche nach Erlösung und Befreiung.

Florence + The Machine zwischen Minimalismus und Opulenz

Mit lupenreinem und ungemein eingängigen Disco-Pop entzücken Florence + The Machine beim an Amy Macdonald erinnernden „Free“, entfachen die Tanzwut mit „My Love“, frönen der Überwältigungs-Grandezza im Opener „King“ und „verstecken“ an achter Stelle mit dem zwischen Minimalismus und Opulenz changierenden  „Cassandra“ einen der besten Songs des Albums. Die musikalische Rolle zwischen Kate Bush und Feist ist Florence Welch nach wie vor auf den Leib geschneidert. Ihre Stimme kann verzücken und anstrengen, aber im Einklang mit den Kompositionen ist das alles schlicht großes Kino.

„Dance Forever“ von Florence + The Machine erscheint am 13.05.2022 bei Polydor / Universal Music. (Beitragsbild von Autumn de Wilde)

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