Widowspeak: The Jacket – Albumreview

Widowspeak: The Jacket – Albumreview

Alles richtig gemacht: Man könnte dem Indie-Folk-Rock-Dream-Pop des New Yorker Duos Widowspeak auf “The Jacket” ewig zuhören

Die Songs für das neue Widowspeak-Album „The Jacket“ entstanden vor und nach den Aufnahmen für das 2020 veröffentlichte „Plum“. Sängerin, Songwriterin und Gitarristin Molly Hamilton und Gitarrist Earl Thomas sind kürzlich wieder zurück nach New York gezogen, wo die Band 2010 gegründet worden ist. Ihre nunmehr sechste Platte nahmen sie gemeinsam mit Homer Steinweiss von Daptone Records auf, während Chris Coady (Yeah Yeah Yeahs, Beach House) den Mix verantwortete. Es schließt sich also ein Kreis für das Duo und in ihren reflexiven Texten behandelt Hamilton die eigene Zeit und Arbeit, so dass auch prägende Erfahrungen der frühen Bandjahre für einen thematisch  großen Teil dieses Albums einnehmen.

Widowspeak und die Mazzy-Star-Referenz

Widowspeak The Jacket Cover Captured Tracks

Vielen im Indie-Dream-Pop-Bereich beheimatetet Bands wird gerne die Mazzy-Star-Referenz erwiesen, aber bei kaum einer anderen Gruppe wie Widowspeak passt die Etikette so passgenau. Molly Hamilton singt immer noch ähnlich betörend, sanft und verhuscht wie Hope Sandoval und der Americana-inspirierte Indie-Folk-Sound orientiert sich am Slowcore und Dream-Pop der 90er-Jahre. Auch Sixties- und Seventies-Vibes schwingen durch das musikalische Widowspeak-Universum. Aber: Molly Hamilton und Earl Thomas richten es sich auch nicht zu gemütlich in ihrer Indie-Pop-Welt ein. Der Opener „While You Wait“ bezirzt zusätzlich mit spacigen Flötentönen und das von Sounds & Books bereits als Song des Tages vorgestellte „Everything Is Simple“ beschwört gar den Psychedelic-Pop von The Velvet Underground, stoisch und düster-dramatisch.

Unbeschwert schwingende und liebevolle gestaltete Indie-Tracks

„True Blue“ hingegen wartet mit einem Bluesgitarrenlauf auf, der Titeltrack „The Jacket“ verliert sich auf traumhafte Weise im Desert-Rock und niedliche Heimorgelsounds fügen Hamilton und Thomas dem Closer „Sleeper“ bei. Trotz dieser Unterströmungen versinkt man geradezu federleicht in den balladesken Reigen von „The Jacket“. Unbeschwert schwingende und liebevoll gestaltete Indie-Tracks wie „Salt“ und „The Drive“ lassen dem Connaisseur das Herz aufgehen. Hamilton und Thomas haben wirklich alles richtig gemacht. Man könnte dieser Musik ewig zuhören.

„The Jacket“ von Widowspeak erscheint am 11.03.2022 bei Captured Tracks / Cargo Records. (Beitragsbild von Alexa Viscius)   

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