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25. August 2026Vor zehn Jahren verließ uns das Pop-Genie Prince viel zu früh. Sein viertes posthumes Album „Timeless“ zeigt wieder mal, wie sehr er fehlt.
von Werner Herpell
Die Nachlassverwalter von Prince sind nach seinem die Musikwelt schockierenden Tod vor zehn Jahren bislang sehr sensibel und sparsam mit dem Erbe des stilfluiden Pop-Genies umgegangen. Obwohl die legendären „Vaults“ (Gewölbe) der prinzlichen Paisley-Park-Latifundien in Chanhassen/Minnesota bei Minneapolis randvoll mit unbekannten Songs und Raritäten sein sollen und eine schnelle kommerzielle Ausbeutung des Materials daher nahe lag, wurden bisher nur drei Platten posthum veröffentlicht.
Erstes posthumes Album seit „Welcome 2 America“
Und alle waren respektvoll und bereichernd für Millionen Fans:
zunächst „Piano & A Microphone 1983“ (2018) mit reduzierten Gesang/Klavier-Aufnahmen aus der Zeit vor der Eighties-Weltstar-Karriere; danach „Originals“ (2019) mit 15 von Prince über die Jahre geschriebenen Original-Songs, die er nicht selbst veröffentlicht, sondern anderen Künstlern wie Sheila E. oder The Bangles überlassen hatte; schließlich das grandiose Polit-Soul-Funk-Werk „Welcome 2 America“ (2021) mit Tracks, die Prince 2010 fertig eingespielt, aber nie herausgebracht hatte.
Wenn nun eine neue Platte mit zehn Aufnahmen aus 40 Prince-Jahren erscheint, vertraut man als langjähriger Verehrer einerseits dem guten Gespür und Verantwortungsgefühl des Prince Estate. Andererseits ist die zeitliche Spannweite der Songs – von den frühesten Wunderkind-Jugendjahren bis zum Todesjahr 2016 – schon auch riskant. Ob dabei ein in sich stimmiges Album herauskommt? Oder doch eher eine zerfledderte Reste-Sammlung? Da…





