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23. August 2026Marlo Grosshardt spricht mit Sounds & Books über sein neues Album „Bildet Banden“, Krieg, Ängste und gesellschaftliche Veränderungen.
Interview von Mia Lada-Klein
Marlo Grosshardt ist ein deutscher Musiker und Sänger aus Hamburg, dessen Musik sich zwischen Singer-Songwriter, Pop und Rock bewegt. Auf seinem neuen Album „Bildet Banden“, das am 14. August erschienen ist, verbindet er persönliche Erfahrungen und Erinnerungen mit einem kritischen Blick auf die politische und gesellschaftliche Gegenwart. Die aktuellen Entwicklungen begreift Marlo Grosshardt dabei nicht nur als Warnsignal, sondern auch als Weckruf und als Möglichkeit für Veränderung, sofern wir bereit sind, diese anzunehmen und selbst aktiv zu werden.
Im Interview spricht er über seine Kindheit, persönliche Erinnerungen und Ängste, über Krieg, gesellschaftliche Polarisierung und die Frage, wie wir mit einer zunehmend unsicheren Welt umgehen können. Gleichzeitig geht es um Hoffnung und um seinen Wunsch, dass Menschen sich zusammenschließen, miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam für eine bessere Zukunft einstehen.
Dein neues Album „Bildet Banden“ bewegt sich zwischen ganz persönlichen Alltagsthemen wie Beziehungen auf der einen Seite und politischen und gesellschaftlichen Themen auf der anderen. War diese Zweiteilung von Anfang an geplant?
Marlo Grosshardt: Nein, eigentlich überhaupt nicht. Ich schreibe einfach Songs über Themen, die mich aktuell beschäftigen. Und bei der momentanen Weltlage gibt es kaum eine Möglichkeit, dass einen politische und gesellschaftliche Entwicklungen nicht beschäftigen. Deshalb ist das ein großer Teil des Albums geworden. Gleichzeitig gibt es natürlich auch persönliche Themen. Dieser Mix hat sich einfach daraus ergeben, was während der Entstehungszeit des Albums in meinem Kopf herumgeschwirrt ist. Ich habe mich nicht hingesetzt und bewusst gesagt, dass ich zwei Gegenpole auf dem Album haben möchte.
Der erste Song „Rasselbande“ hat bei mir Erinnerungen an den polnischen Singer-Songwriter Marek Grechuta geweckt. Gerade die Kombination aus nachdenklichen Texten, Geige und Klavier hat mich daran erinnert. Welche Bedeutung haben Texte und solche musikalischen Elemente für dich?
Marlo Grosshardt: Texte sind für mich sehr wichtig. Ich beschäftige mich intensiv mit den Dingen, die mich umgeben und die in meinem Leben passieren, und verarbeite sie dann auch in meinen Texten. Wenn die Musik bei den Hörern Erinnerungen oder bestimmte Gefühle auslöst, finde ich das natürlich besonders schön.
Marlo Grosshardt über Krieg, Wehrdienst und persönliche Verantwortung
In „Rasselbande“ singst du die Zeile: „Nicht mal ein Holzgewehr auf Menschen richten, brachten wir euch bei.“ Was steckt hinter diesem Bild? Geht es um Krieg, Erziehung oder unseren heutigen Umgang mit Gewalt?
Marlo Grosshardt: Für mich geht es vor allem um dieses Bild aus der
Kindheit. Ich bin mit Geschwistern aufgewachsen, die deutlich jünger sind als ich, und habe dadurch auch erlebt, wie bestimmte Dinge an Kinder weitergegeben werden. Wenn man ungefähr zehn Jahre alt ist, kann es spannend sein, mit Holzgewehren oder ähnlichem zu spielen. Gleichzeitig gibt es dabei ganz klare Regeln: Das Gewehr darf niemals auf Menschen gerichtet werden. Das ist eigentlich eine sehr einfache und ungefährliche Erziehungsmaßnahme, aber dahinter steckt eine wichtige Botschaft, die man schon als Kind vermittelt bekommt: Gewalt darf sich nicht gegen andere Menschen richten.
In meiner Kindheit war außerdem Frieden sehr selbstverständlich. Ich habe mich damals überhaupt nicht damit beschäftigt, ob ich nach der Schule vielleicht Wehrdienst leisten müsste oder welche Aufgabe ich in einem Krieg hätte. Bei meinen jüngeren Geschwistern frage ich mich dagegen, wie das sein wird, wenn sie aus der Schule kommen und sich mit solchen Fragen auseinanderset…




