Sparklehorse: Bird Machine – Albumreview

Sparklehorse by Danny Clinch

Dreizehn Jahre nach dem letzten offiziellen Album erscheint das posthume Sparklehorse-Werk „Bird Machine“

von Gérard Otremba

Während der Entstehung des letzten, 2010 veröffentlichten Sparklehorse-Albums „Dark Night Of The Soul“ arbeitete Mark Linkous parallel mit Produzent Steve Albini an einer weiteren Platte. Doch schon kurz vor dem Erscheinen von „Dark Night Of The Soul“ beging der an Despressionen leidende Songwriter und Gitarrist Selbstmord. Das Albini-Album konnte also nicht fertiggestellt werden, erblickt aber jetzt, 14 Jahre später, das Licht der Welt. Verdanken haben wir diesen Umstand Marks Bruder Matt Linkous und seiner Frau Melissa, die schon damals mit Sparklehorse zusammengearbeitet haben und sich einige Jahre später die Songs beim

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Archivieren der Tapes anhörten.

Sparklehorse und der Popcharme der Sixties

Sparklehorse Bird Machine Cover ANTI-Records

Einige der Songs standen bereits kurz vor der Vollendung, andere benötigten noch einen Feinschliff. Das Ergebnis sind vierzehn unter dem Titel „Bird Machine“ erscheinende Songs, die alle Mark-Linkous-Facetten zusammenfassen. Das an „Bird Machine“ beteiligte Team, darunter Produzent Alan Weatherhead, wirkte bereits an früheren Sparklehorse-Alben mit, von Mark selbst gab es Notizen mit Albumtitel und Trackliste. Und so fällt dieses posthume Werk sicherlich zur Zufriedenheit seines Schöpfers aus, könnte er es nur hören. Zur Zufriedenheit des Kritikers auf jeden Fall. Bereits der von Sounds & Books als Song des Tages vorgestellte Vorabtrack „Evening Star Supercharger“ gehört zu den schönsten Songs des Jahres. Das Lied entzückt mit dem nostalgischen Popcharme der Sixties, sehnsüchtig in Melodie und Gesang, federleicht, wehmütig und auch traurig stimmend. Und wenn wir schon in den Sixties sind, auch „Daddy’s Gone“ gemahnt an dieses Jahrzehnt, da standen die Beatles der Jahre 1966/67 definitiv mal Pate.

Viele Song-Schätze

In der herrlichen Songwriter-Pop-Ballade „Falling Down“ ist ein John Lennon als Inspirationsquelle auszumachen, auch „Chaos Of The Universe“ besitzt den Beatles-Touch und kreuzt Elliott Smith, einen weiteren viel zu früh verstorbenen, glorreichen Musiker. Wem diese Songwriter-betonte Schiene weniger zusagt, für den explodiert Linkous im Alternative-Rock von „I Fucked It Up“. Der stimmlich verzerrte Kracher „It Will Never Stop“ als Opener gehört ebenfalls zu den extrovertierten Sparklehorse-Stücken. Aber wie schön, bitte sehr, sind wiederum das Lullaby „Everybody’s Gone To Sleep“ sowie das schwermütige „The Scull Of Lucia“? Klasse, dass diese Sparklehorse-Schätze gehoben worden sind.

„Bird Machine“ von Sparklehorse erscheint am 08.09.2023 bei Anti-Records. (Beitragsbild von Danny Clinch)  

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