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4. Juni 2026Spannende Sinnsuche jenseits der Klischees des Südstaaten-Bible-Belts: Free-Jazz-Shootingstar Zoh Amba findet auf „Eyes Full“ mit emotionaler Dringlichkeit eine neue Berufung im Indie-Universum.
von Carsten Wohlfeld
Eines ist schon nach wenigen Takten dieses beeindruckenden Albums klar: „Eyes Full“ ist kein leicht verdauliches Pop-Album, sondern vielmehr eine spirituelle Grenzerfahrung. Mutig legt Zoh Amba (they/them) hier die in den letzten Jahren aufgebaute Jazz-Identität beiseite, um sich auf Singer/Songwriter-Terrain neu zu erfinden und radikal verletzlich zu zeigen. Doch auch wenn diese LP im ersten Moment wie eine 180-Grad-Wende anmutet, zerschneidet Amba das Band zur Vergangenheit dennoch nicht vollends: So anders diese bemerkenswert
kompromisslosen Songs auch klingen, fordern sie doch am Ende, ähnlich wie Ambas Free-Jazz-Ausbrüche zuvor, die ungeteilte Aufmerksamkeit der Hörerinnen und Hörer.
Seelenvolle Freigeistigkeit trifft kompromisslose Intensität
Tief verwurzelt in Ambas alter Heimatstadt Kingsport in Tennessee, landen die Lieder dieser Platte zwischen schlingerndem Blues, Appalachian-Folk-Einflüssen und einem Hauch punkiger Indierock-Nostalgie Sonic Youth’scher Prägung und faszinieren dabei mit der gleichen seelenvollen Freigeistigkeit, die Amba auch schon auf Jazz-Terrain ausgezeichnet ha…





