Zinn: Zinn – Dark-Pop-Melancholie aus Wien

Zinn: Zinn – Dark-Pop-Melancholie aus Wien

Ein aufregendes und außergewöhnliches Debütalbum der Wiener Dark-Pop-Band Zinn

Seit 2018 musizieren Margarete Wagenhofer, Jasmin Strauss und Lilian Kaufmann zusammen unter dem Namen Zinn. Für ihr nun erscheinendes, selbstbetiteltes Debütalbum hat das Wiener Trio acht Songs aufgenommen, die zu den aufregendsten der deutschsprachigen Musikszene dieses Jahres gehören (werden). Der Zinn-Dark-Pop speist sich aus Elementen des Weird-Folk, des Blues, des Gothic-Rock, des Lo-Fi, des Punk, des Art-Rock und des Indie-Pop. Sollte es noch keine Schnittstelle zwischen Warpaint, Element Of Crime und The Velvet Underground geben, so hat die österreichische Band sie womöglich gefunden. Und das sind nur drei mögliche, von Zinn evozierte Referenz-Bands, es schlummern noch wesentlich mehr in diesem manchmal so erhabenen, manchmal so vertrackten und immer so melancholischen Sound.

Der Liebespakt mit dem Teufel

Zinn Albumcover Nuvami Records

Eine weitere Referenz führt spätestens beim dritten Track, dem bei uns bereits als Song des Tages vorgestellten „Lethargie“, unweigerlich zu Stella Sommer und ihrer Band Die Heiterkeit. Da Wagenhofer, Strauss und Kaufmann die melancholische Lethargie mit einen tänzelnden, lässig vorwärtstreibenden Beat präsentieren, erinnern sie entfernt sogar an die Lassie Singers. Eine schwermütige Trompete und ein verzerrtes Doom-Rock-Ende halten den Spannungsbogen aufrecht. Eine anmutig-melancholische Trompete setzt bereits im Opener „Diogenes“ Akzente, der Zinn-Debütsingle, die an den Desert-Noir-Pop von Still Corners gemahnt. Von den drei Damen ehrwürdig, stilvoll und mit düsterer Schönheit in Szene gesetzt. Ihr wehmütiger Akkordeon-Chanson-Pop in „Windmühlen“ mündet zum Schluss in den Indie-Rock von Minor Victories, während in der Feedback-Gitarren-Garagen-Rock-Orgie „Black Lane“ der Liebespakt mit dem Teufel gefeiert wird.

Zinn zwischen Art-Rock und Trance

Auf den Spuren von Die Heiterkeit begeben sich Zinn auch im hymnischen Shoegaze-Indie-Dream-Pop von „Shinkansen“, das sich als ein leuchtender Stern am sonst so dunklen Sound-Firmament entpuppt. Psychedelische Sprengsel in „Qualia“, experimenteller Art-Rock mit politischer Aussage („Giftige Schlangen machen Politik / Nach unten treten ist das Prinzip / Nicht nur die Dummen, nein, alle machen mit“) in „Wiederholung“ und die überwältigende, hypnotische Trance in „Soma 451“ (Aldous Huxley und Ray Bradbury lassen grüßen) sind weitere Zutaten dieses außergewöhnlichen Albums. Welch eine Freude, diese Musik hören zu dürfen.

„Zinn“ von Zinn erscheint am 16.04.2021 bei Numavi Records. (Beitragsbild: Albumcover)  

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