Zaz: Isa – Albumreview

Zaz: Isa – Albumreview

Mit viel Piano, Streichern und sanften perkussiven Klänge zeigt sich Zaz auf “Isa” von ihrer melancholischen Seite

Sie ist der derzeit erfolgreichste musikalische Exportschlager Frankreichs. Von ihren bisher vier veröffentlichten Platten „Zaz“ (2010), „Rectro Verso“ (2013), „Paris“ (2014) und dem von uns rezensierten „Effet Miroir“ (2018) verkaufte sie  über vier Millionen Tonträger weltweit. Die 1980 als Isabelle Geffroy geborene Sängerin und Songschreiberin hat während der Pandemiezeit den Weg zu sich selbst gesucht und so ergab sich die Titelgebung ihres fünften Albums geradezu zwangsläufig. Für „Isa“ arbeitete Zaz mit dem niederländischen Produzenten, Pianisten und Filmkomponisten Reyn (Teitur, Stephan Eicher, Vanessa Paradis) zusammen.

Ein melancholisches Werk

Zaz Isa Cover Warner Music

Die dreizehn Songs nahm Zaz in der Provence, in Paris, in Belgien sowie in Reyns Studio in der der Nähe von Amsterdam. „Reyn is so talented, he’s a magician, a musical painter, a torrent of contentment, with the finesse of mind and the precision of a surveyor, a tsunami of poetry, a lover of music at the service of beauty”, sagt Isabelle Geffroy über ihren Kollaborateur. Diese Schönheit findet sich in dem bisher wohl melancholischsten Werk der 41-jährigen, in Tour geborenen Künstlerin. Piano, Streicher und sanfte perkussive Klänge prägen fast durchgehend den Sound von „Isa“. Das als Vorabsingle ausgekoppelte und von uns als Song des Tages vorgestellte „Imagine“ führt da in seinem typischen, beschwingten und hitverdächtigen Zaz-Folk-Pop-Rhythmus schon etwas in die falsche Richtung. Lediglich „De couleurs vives“ verströmt noch eine ebensolche Lebensfröhlichkeit.

Zaz im Duett mit Till Lindemann

Nun stürzen einen die restlichen Songs natürlich nicht gleich in Depressionen. Den von Mathieu Barcella geschriebene Opener „Les jours heureux” bezeichnet Zaz als Licht am Ende des Tunnels und das stimmt doch optimistisch. Aber es sind die bewegenden Balladen wie “Le chant des grives” (der wohl schönste Song des Albums), “Exister” und “Comme tu voudras”, die unter die Haut gehen. Auch das unendlich traurige Duett mit Rammstein-Sänger Till Lindemann “Le jardin des larmes” trifft einen mitten ins Herz. Schwermut mit einem Funken Hoffnung, das ist die große Stärke dieses Zaz-Albums. Mit ihrem 40. Geburtstag letztes Jahr habe sie ihre Erwachsenenseite verstanden, gibt die Französin kundt. Wenn Zaz in diesem Verständnis fortan solche Alben herausbringt, dann macht das Erwachsensein richtig viel Sinn.

“Isa” von Zaz erscheint am 22.10.2021 bei Warner Music. (Beitragsbild von Yann Orhan)

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