Yola: Stand For Myself – Albumreview

Yola: Stand For Myself – Albumreview

Bewegender Soul im von Dan Auerbach produzierten Vintage-Sound der britischen Sängerin Yola

Natürlich sah die Planung auch für Yola anders aus. Die britische Sängerin und Songwriterin sollte mit Chris Stapleton und The Black Keys auf Stadiontournee gehen, auch waren zahlreiche Festivalauftritte für sie gebucht. In Australien sollte sie eine Filmrolle in einem Elvis-Biopic übernehmen, aber dann brach bekanntermaßen eine gewisse Corona-Pandemie über uns herein und so fand sich Yola im Herbst 2020 im Studio wieder. Wie schon beim 2019 veröffentlichten Debütalbum war es erneut der umtriebige Dan Auerbauch von den Black Keys, der gemeinsam mit Yola an allen Songs mitschrieb, das Album produzierte und als Gitarrist, Percussionist und Backgroundsänger in den Credits auftaucht. Darüber waren zahlreiche weitere Songwriter und Musiker wie Natalie Hemby, Pat McLaughlin, Aaron Lee Tasjan und Aaron Frazier an der Entstehung des Albums beteiligt.

Eine Überlebenshymne als Opener

Yola Stand For Myself Cover Easy Eye Sound

Das Ergebnis ist eine konsequente Fortführung des Debüts, also ein ebenso überzeugendes Amalgam aus Symphonic-Soul und  Classic-Pop samt Anleihen aus Blues, Country, Rock, Disco und Gospel. Das alles dargereicht in einem zeitlos wirkenden Vintage-Sound, der die Sixties und Seventies hochleben lässt. Die Grandezza der mit Streicher- und/oder Bläserparts versehenen Songs wie „Dancing Away In Tears“ oder „Now You’re Here“ wirkt nie überfrachtet, sondern im Gegenteil geschmeidig und sehnsüchtig, oder verträumt und wehmütig. Aber immer erhaben und anmutig, getragen von Yolas großartiger Stimme. Bereits die Überlebenshymne „Barely Alive“ als Albumopener erinnert an diverse Großtaten Dusty Springfields aus den Sechziger-Jahren und in gar himmlische Sphären katapultiert sich das nachfolgende „Dancing Away In Tears“.

Yola glänzt mit einem vorzüglichen Album

Yola, Auerbach und ihre Mitstreiter sparen nicht an bewegenden Songs. Balladen wie „Like A Photograph“ und „Great Divide“ dringen tief zwischen Herz und Seele, während die mit einer Steel Guitar veredelte Uptempo-Nummer „Whatever You Want“ an die Girl-Groups der Sixties erinnert und Yola als Beziehungsbefreiungsschlag dient. Das von Sounds & Books als Song des Tages vorgestellte, elegante „Starlight“ besitzt Hit-Potential und am Ende steht der durchdringende Titeltrack als voluminöser Soul-Rock, Yolas letzter Emanzipationsbeweis als ein Fels in der Brandung. Und insgesamt glänzt die 1983 in Bristol geborene Musikerin mit einem vorzüglichen Album.

„Stand For Myself“ von Yola erscheint am 30.07.2021 bei Easy Eye Sound / Universal Music. (Beitragsbild von Joseph Ross)   

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