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30. Januar 2026Irish-Folk kann melancholisch und aufbauend zugleich wirken. Die Brüder Mac Gloinn und ihre Band Ye Vagabonds beweisen es in Perfektion.
von Werner Herpell
Wer schon mal die zauberhafte Atmosphäre eines authentischen irischen Pubs auf der grünen Insel erlebt hat, die Selbstverständlichkeit, mit der dort bei dunklem Bier und wärmendem Whisky in oft familiärer Besetzung Folkmusik gespielt und von einem beseelten Publikum mitgesungen wird, der weiß ungefähr, wo Ye Vagabonds herkommen. Dass dieses inzwischen zum Kollektiv angewachsene Brüder-Duo im benachbarten UK bereits Locations wie das Londoner „Roundhouse“ mit seinen bis zu dreieinhalbtausend Plätzen gut füllt, sagt einiges über die Qualität der Irish-Folk-Vagabunden aus, ändert aber nichts an ihrer soliden musikalischen Erdung.
Von Folk-Traditionals zu eigenen Songs
Denn begonnen haben Brían und Diarmuid Mac Gloinn „mit
Traditionals, die nach vielen gemeinsamen musikalischen Nächten in den Pubs von Dublin mit Punks, Folk-Musikern, Jazzern oder sardischen Dudelsackspielern mittlerweile ihren eigenen Songs gewichen sind“, schreibt das Label Rough Trade, auf dessen Ableger River Lea das neue Album „All Tied Together“ erscheint. Und diese Herkunft hört man zum Glück immer noch: Jeder dieser zwölf Songs könnte heute noch an der Basis, also in einer Kneipe, neben den teils Jahrhunderte alten Klassikern des Genres performt werden, ohne dass da ein Bruch entstände. Weniger Punk als The Pogues, weniger Folkpop als The Waterboys („Fisherman’s Blues“) und Adrian Crowley, weniger Drone-Rock als Lankum – und doch kann jeder, der diese drei Bands mit ihren unterschiedlichen Celtic-Folk-Verbindungen mag, bei Ye Vagabonds sofort andocken.
Das Gefühl der lebenslangen Verbundenheit dieser Brüder, ihre traumwandlerisch sicheren Harmoniegesänge prägen – wie so oft bei Geschwister-Ensembles –…





