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5. März 2025Wer Songwriter-Folk mit Nick-Drake-Flair mag, kommt an Will Stratton schon länger kaum vorbei. Sein grandioses neues Album hat indes noch viel mehr zu bieten.
von Werner Herpell
Mit Vergleichen ist es für Künstler immer so eine Sache. Sie können nerven, wenn dahinter ein Verdacht epigonaler Abkupferei steht. Oder sie können ehrenvoll sein, wenn die Referenznamen besondere Strahlkraft haben. Im Fall von Will Stratton tritt man dem Musiker wohl nicht zu nahe, wenn man ihn respektvoll zwischen Nick Drake und Sufjan Stevens verortet. Also an der Schnittstelle von jazz-informiertem Seventies-Brit-Folk und dem amerikanischen Singer-Songwriter-Pop der 2000-er und 2010-er, den man von Stevens-Alben wie „Illinois“ (2005) oder „Carrie & Lowell“ (2015) kennt und liebt. Auch Strattons neue Platte „Points Of Origin“ schafft es wieder, zwischen diesen beiden Polen etwas ganz Besonderes, ganz Wunderschönes entstehen zu lassen.
Hauchzart und hochkomplex
Die friedliche Atmosphäre englischer
Landschaften taucht etwa im Drake-esken „Firewatcher“, in den Zupfgitarren von „Higher And Drier“ oder im sanften Closer „Slab City“ auf, auch Will Strattons melancholische Vocals erinnern hier an das 1974 gestorbene tragische Brit-Folk-Genie. Der mit delikatester Zartheit zu Klavier und Pedal-Steel performte Opener „I Found You“, der fidele Fiddle-Pop von „Temple Bar“ oder der Streicher/Bläser-Track „Bardo Or Heaven?“ lassen indes an die hochkomplexen Americana-Songgespinste des nur wenige Jahre älteren US-Kollegen denken.
In den Texten von „Points Of Origin“ geht Will Stratton dahin, wo es weh tut. Mit ihrer Storyteller-Intensität sind diese Lyrics denen des großen Willy Vlautin von





