Wanda live in Hamburg 2020 – Konzertreview

Wanda live in Hamburg 2020 – Konzertreview

Wanda versetzen Hamburg in Ekstase

Nach der Konzertabsage in Hannover waren kurzfristig alle besorgt, ob die weiteren Termine der „Ciao!“-Tour planmäßig würden stattfinden können. Der grassierende Corona-Virus war allerdings nicht schuld. Keyboarder Christian Hummer musste wegen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung passen und bekam nach einem kleinen Eingriff Schonung verordnet. In der Person von Florian Spies wurde Ersatz gefunden und die Wanda-Tournee konnte fortgesetzt werden. So stand das Quintett um Frontmann Michael Marco Fitzthum, alias Marco Michael Wanda – bei diversen Songs von zwei Violinistinnen, einer Cellistin und einem Saxophonisten, der mit seinen Soli Akzente setzte, begleitet -, am 07.03.2020 denn auch kurz nach 21 auf der Bühne der mit circa 4500 Besuchern gut besetzten, aber nicht ausverkauften Hamburger Sporthalle.

Der charmant-legere Wanda-Rock’n’Roll

Vier Alben haben Wanda seit 2014 veröffentlicht und sind mit ihren von Alkoholeskapaden und Liebesleid  geprägten Songs zu einer der bekanntesten Rock-Pop-Bands im deutschsprachigen Raum aufgestiegen. Eine der wenigen klassischen Formationen, die in den Zehner-Jahren den Durchbruch mit leger-charmantem Rock’n’Roll geschafft haben. Trotz einiger, sogar auf die Beatles anspielenden Soundveränderungen auf dem aktuellen, auch bei Sounds & Books besprochenen Album „Ciao!“, ist sich die österreichische Gruppe im Kern treu geblieben. Live funktionierten die zumeist schmissigen Songs an diesem Abend unvermindert gut. Sie luden die Fans zum Tanzen, zum Mitsingen, zum Armeschwenken, zum Ausgelassensein ein.

Tollhaus Hamburger Sporthalle

Und so verwandelte sich die Hamburger Sporthalle auch schnell zu einem kleinen  Tollhaus. Was bei einem Konzertauftakt mit „Bussi Baby“, „Weiter, weiter“ und „Luzia“ nicht wirklich verwunderte. Langweilig wurde es während der insgesamt zwei Stunden nicht. Obwohl die Wanda-Singles in den deutschen Charts eine eher untergeordnete Rolle spielten, waren die über 20 Songs auf der Setlist ein gefühltes Best-Of-Programm wie sonst bei den Rolling Stones. Von „Auseinandergehen ist schwer“ und „Lascia Mi Fare“, über „Stehengelassene Weinflaschen“ und „Nach Hause gehen“, bis zu den heftig abgefeierten  „Ciao Baby“, „Meine beiden Schwestern“ und „Bologna“. Wanda mussten nicht zaubern, um das Publikum bei Laune zu halten, aber leidenschaftlich ihrem Job nachkommen.

Marco Michael Wanda verbeugt sich

Das taten sie ganz gewiss und verwandelten zwei ihrer besten Songs, die Ballade „0043“ sowie das darauffolgende, ungemein pathetische und inbrünstige „Ich sterbe“, zu schillernden Sternen ihres Auftritts. Für so viel Sentiment nehmen sich Wanda, die zuletzt vor zwei Jahren an gleicher Stelle auftraten (Sounds & Books berichtete) mittlerweile Zeit. Immer wieder verneigte sich Marco Michael Wanda, nach wie vor mit einer abgefuckten braunen Lederjacke auftretend und zwischendurch auf der Bühne rauchend, vor seinen Hamburger Fans und versetzte sie am Ende mit den Hits (oder darf man sie sogar schon Gassenhauer nennen?) „Columbo“ und „1,2,3,4“ in Ekstase. Den Heimweg traten wohl alle mit einem Gefühl tiefster Zufriedenheit und viel Amore im Herzen an. Wanda ist einfach eine geile Band.    

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Kommentare

  • Michael Harder

    Wanda haben wirklich Vollgas gegeben. Gleich von Anfang an. Was die Stimmung leider für mich gedämpft hat war der mega schlechte Sound. Teilweise war die Melodie erst durch das Mitsingen des Publikums erkennbar. Die Streicher waren in den ersten Songs nicht zu hören. Ich werde die Sporthalle wohl in Zukunft meiden und Wanda nochmal woanders sehen / hören.

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