Wanda: Ende nie – Albumreview

Wanda credit Maximilian König

Album Nr. 6 von Wanda. Wohin führt der Weg zehn Jahre nach Veröffentlichung des Debuts?

von Sebastian Meißner

Am Anfang war Wanda eine Exzess-Band. Auf den ersten beiden Alben feierten sie den Rausch, die Nächte und den Kontrollverlust. Doch spätestens mit dem dritten Werk („Bussi“)  mischten sich auch andere Themen unter. Sänger Marco Fitzthum reflektierte über Beziehungsunfähigkeit, die Vergänglichkeit und das Älterwerden. So entstand eine Art Kneipenphilosophie, die auch das musikalische Korsett der Band deutlich weitete. 

Songs über Abschied und Vergänglichkeit

Wanda Ende nie Cover

„Ende nie“ ist schon das

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sechste Album der Wiener seit 2014. Und auf ihm geht die Band den Weg der Einkehr konsequent weiter. Im ersten Song „Bei niemand anders“ singt Wanda die Zeilen „Und deine Angst vor dem Ende; Ist so alt wie die Menschheit selbst; Und wenn du glaubst, dass es endet; Bin ich da und ich halt‘ dich fest“. Er sieht dem Ende fest in die Augen und bemüht sich, das Abschiednehmen zu lernen. Vom verstorbenen Keyboarder Christian Hummer genauso wie von seinem Vater. Der Tod spielt gleich in mehreren Stücken eine (Neben)rolle. 

Wanda lassen mitfühlen

Wandas Transformation ist eine natürliche. Denn was die Band auszeichnet ist, dass sie nicht vom „Wenn irgendwann, dann möglicherweise“ berichtet, sondern immer nur vom „Was gerade ist“. Und immer in der Sprache des Moments. Das ist echt und deshalb nachvollziehbar und mitfühlbar. Und zudem ein himmelweiter Unterschied zu so vielen anderen Acts, deren hypothetisches Gefühlesimulieren einen in der Regel kalt lässt. 

Musikalisch ist „Ende nie“ mehr Pop als Rock. Das Piano hat der Gitarre den Rang abgelaufen. Das Tempo ist insgesamt etwas gedrossselt. Die Melodien haben weniger Mitgröhlcharakter. Und dennoch sind die neuen Songs eingängig und gewinnend. „Wachgeküsst“ mit seiner lieblich-naiven Pianofigur wärmt geradezu beim Hören, der stampfende Beat von „Therapie“ dagegen peitscht ordentlich. Am besten sind aber „Sie steht nicht auf dich“ und das torkelige „Niemand was schuldig“.

Der gute Kumpel

Wandas Sechste ist eine reife, in Teilen schmerzhafte, immer aber aufrichtige Platte. Wäre sie ein Kumpel, dann einer der Sorte, die man anruft, wenn es alles zugrunde geht.

„Ende nie“ von Wanda erscheint am 07.06.2024 bei Polydor / Universal. (Beitragsbild von Matthias König)

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