Villagers live in Hamburg 2022 – Konzertreview

Villagers live in Hamburg 2022 – Konzertreview

Conor O’Brien und seine Band Villagers entführten das Hamburger Publikum beim Konzert in der Fabrik in eine magische Pop-Wunderwelt

Mit seinem aktuellen, im August 2021 veröffentlichten und von Sounds & Books an dieser Stelle rezensierten Album „Fever Dreams“ hat Conor O’Brien schlicht ein Meisterwerk komponiert. Mit seiner aus vier Mitgliedern (Bass, Drums, Keyboard/Saxophon, Keyboard/Klarinette) bestehenden Band Villagers gastierte der irische Songwriter am 16.05.2022 in der Hamburger Fabrik, um die Songs nun endlich live zu präsentieren, denn auch dieses Konzert musste wegen der Omikron-Variante vom Januar in den Mai verschoben werden. Die Songs des fast komplett präsentierten „Fever Dreams“-Albums nahmen denn auch gut die Hälfte des circa 100-minütigen Konzerts ein.

Die Beatles-Zuneigung von Villagers

Den Abend eröffnete zunächst die irische Musikerin Sorcha Richardson samt Begleitung an Bass und Schlagzeug mit einigen an Courtney Barnett erinnernden, sehr melodiösen Indie-Pop-Rock-Songs, bevor O’Brien mit seiner Band um 21 Uhr die Bühne betrat. Das Konzert baute sich kontinuierlich mit den langsamen und wunderschönen Stücken wie „My Lighthouse“,  „Everything I Am Is Yours“ und „Deep In My Heart“ auf, bis es mit „Set The Tigers Free“ Fahrt aufnahm. Immer wieder bedanke sich O‘Brien brav auf Deutsch, ging voll in seinem Job als Villagers-Frontmann auf und ließ sogar am Ende des überaus beatlesken „Circles In The Flaming Line“ mit einem E-Gitarrensolo kurz den Rockstar raushängen.

Sonst schien ihm das Rampenlicht eher unangenehm zu sein, einmal erschrak er gar über das ihn plötzlich grell anstrahlende Licht. Als sein Bassist sich mal kurz von der Truppe entfernte, fragte O’Brien, der neben den Gitarren-, auch den Trompetenpart übernahm, die Fans nach Songwünschen, die kurze ungeplante Pause überbrückte er dann indes mit einem alten irischen Volkslied, in das ein Nieser aus dem Publikum für Heiterkeit sorgte.

Majestätisch und filigran

Die Formation spielte aus einem Guss, während sich Conor O‘Brien in einen fiebrigen Rausch spielte und die Fabrik-Gäste zu immer lauteren Ovationen trieb. Kein Wunder, bei Songs wie dem kosmisch-souligen „Momentarily“, dem majestätischen „Song In Seven“, dem filigranen „Full Faith In Providence“ sowie den Fan-Favoriten „Hot Scary Summer“ und „A Trick Of The Light“. Der Zugabenblock bestand aus gleich sechs Songs, beginnend mit der Solo-Performance von „Nothing Arrived“ samt Fanchor, und endend mit den beiden schönsten „Fever Dreams“-Tracks „The First Day“ und „So Simpatico“. Sehr viel Freude und sehr viele glückliche Momente bescherten Villagers ihren Hamburger Fans. Auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen. Von solchen Konzerten, von solch schöner Musik kann man einfach nicht genug bekommen.  

Kommentar schreiben