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27. Januar 2025Victor Solf beeindruckt auf „Tout peut durer“ mit Soul, R’n’B und Groove. Es ist Musik für regnerische Tage sowie stille Nächte. Und ein Beweis für die Schönheit des Französischen.
von Mia Lada-Klein
Victor Solf, der französisch-deutsche Musiker und ehemalige HER-Sänger mit Wurzeln in Düsseldorf, legt mit „Tout peut durer“ sein zweites Studioalbum vor. Es ist eine melancholische Reise durch Soul, R’n’B und Groove. Um seine Vision umzusetzen, hat sich Victor Solf mit hochkarätigen Musikern Verstärkung geholt: Louis Delorme (Air, Charlotte Gainsbourg) am Schlagzeug, Jérôme Arrighi (Juliette Armanet) am Bass und dem Jazz-Pianisten Vincent Charrue an den Tasten.
Victor Solf und die Sprache
Schon früh entschied sich Victor Solf, auf Englisch zu singen, um internationale Pop- und Soul-Träume ohne sprachliche Stolpersteine zu verwirklichen. Doch mit diesem Album wagt er den Sprung ins Französische – eine Sprache, die er zunächst gemieden hatte, aber nun als unverzichtbar erkannt hat, um Gefühle auszudrücken, Verletzlichkeit zu zeigen und ernste Themen mit mehr Präzision und Tiefe anzusprechen.
Highlights auf „Tout peut durer“
Der Titeltrack „Tout peut durer“ eröffnet das Album und kombiniert Minimalismus mit groovigem Soul – ein Vorgeschmack auf das, was kommt. „Colère“ sticht mit Bläsern, Chorpassagen und einem fesselnden Beat als eines der Highlights heraus. Der Refrain bleibt im Ohr und sorgt für Dynamik in der Tracklist.
Doch „Tout peut durer“ bietet vermehrt stille Momente sowie zwei Interludes: „Des pays pas sages“, ein kurzes Klavierstück mit Victor Solfs sanfter Stimme, ist beinahe ein flüchtiger Gedanke. Ähnlich verhält es sich mit dem Interlude „787 Hale Road“, das zwar verzichtbar scheint, aber den narrativen Fluss des Albums nicht stört.
Ein weiterer Höhepunkt ist „Que le cœur“, dessen entspannter R’n’B-Charakter und groovige Melodie zum Mitschwingen einladen. Es ist ein Song, der es schafft, gleichzeitig leichtfüßig und tiefgründig zu sein. Der Abschlusstrack „Le meilleur de toi“ bildet mit seiner melancholischen Eleganz den perfekten Schluss. Er weckt Kopfkino und lässt regennasse Straßen und spiegelnde Neonlichter vor dem inneren Auge erscheinen.
Ein Album für Genießer
„Tout peut durer“ ist kein Gute-Laune-Album, das sofort mitreißt, sondern ein Werk, das sich mit ruhigen, nachdenklichen Klängen und subtilen Experimenten entfaltet. Die Highlights – allen voran „Colère“ „Que le cœur“ und „Le meilleur de toi“– bieten eingängige Momente, während die hauptsächlich ruhigeren Stücke eher für sanfte Melancholie und intime Augenblicke sorgen.
Für Fans von Musik abseits des Mainstreams und Liebhaber der französischen Sprache ist dieses Album ein kleines Juwel. Victor Solfs warme, vielseitige Stimme trägt die Stücke souverän und beweist, dass seine französischsprachige Musik genauso universell berühren kann wie ihre englischsprachigen Pendants. Wer Lust auf einen Soundtrack für regnerische Tage und stille Nächte hat, sollte Victor Solf eine Chance geben.
Victor Solfs „Tout peut durer“ erschien am 24.01.2025 via Glory Box Music/Wagram Stories. (Beitragsbild Estévez + Belloso)





