Typhoon: Sympathetic Magic – Albumreview

Typhoon: Sympathetic Magic – Albumreview

Die Americana-Indie-Rock-Band Typhoon meldet sich mit einem prächtigen Überraschungsalbum zurück

Ohne jegliche Ankündigung veröffentlichen Typhoon ein neues Album. „Sympathetic Magic“ heißt die nunmehr fünfte Platte des Kollektivs aus Oregon, das unter erschwerten Corona-Bedingungen entstand und der Nachfolger  des 2018 veröffentlichten und an dieser Stelle bei Sounds & Books rezensierten „Offerings“. Zwölf neue Songs befinden sich auf „Sympathetic Magic“, die Songwriter und Sänger Kyle Morton in den letzten Monaten der Isolation zu Hause schrieb. Die Demos schickte er an seine Band, bevor anschließend „eine improvisierte Prozession aus Freunden“ in seinem Keller stattfand, teilt Morton mit. „Einer nach dem anderen, natürlich mit Maske an. Andere Freunde nahmen ihre Parts zuhause auf; als Sprach-Memo oder mit GarageBand in ihrem Wäscheraum“, so Morton weiter.

Zwischen Liebeserklärung und Apokalypse

Typhoon Sympathetic Magic Cover Roll Call Records

Trotz der ungünstigen Voraussetzungen präsentiert sich Typhoon als die Indie-Rock-Americana-Band, wie wir sie kennen. Den Album-Abschlusstrack „Welcome To The Endgame“ haben Typhoon kurz vor der US-Wahl veröffentlicht. Ihre Liebeserklärung an das schwer gespaltene Amerika („America, I’m inside you / Kicking screaming at your sinews / It’s easy to blame you / But the guilt is as good as mine“) erklingt in seiner zeitlupenhaften Verlorenheit schmerzhaft und intensiv. So intensiv wie die vermaledeite Zeit, in der wir leben, mit einem Virus, das unser Leben auf den Kopf stellt. Das und die (vergangenen) amerikanische Situation unter Donald Trump lässt Kyle Morton als Songwriter pessimistisch werden. Er singt sogar von einer drohenden Apokalypse in „Empire Builder“, das trotz Untergangsszenario an die Feierlichkeit einiger Bright-Eyes-Stücke erinnert. Bläserverstärkt, hymnisch und von Fuzzgitarren geprägt.

Typhoon auf den Spuren von Bright Eyes

Der Musik von Bright Eyes, respektive Conor Oberst, steht Morton mit Typhoon natürlich schon länger sehr nahe. Auf „Sympathetic Magic“ des Weiteren deutlich auf dem sich in einen majestätischen Überschwang steigernden „We’re In It“ und dem so gebrochen und doch so elegant wirkenden „Time, Time“ zu hören. Von nicht minder beeindruckender Qualität sind das euphorisierende „Masochist Ball“, oder das sanfte „And So What If You Were Right“. Wer Typhoon bisher noch nicht auf seinem Zettel hatte, muss die Band um Kyle Morton nun endgültig hinzufügen.

„Sympathetic Magic“ von Typhoon erscheint am 22.01.2021 bei Roll Call Records / The Orchard. (Beitragsbild: Albumcover)

Unterstützen Sie Sounds & Books

Auch hinter einem Online-Magazin steckt journalistische Arbeit. Diese bieten wir bei Sounds & Books nach wie vor kostenfrei an.
Um den Zustand zukünftig ebenfalls gewährleisten zu können, bitten wir unsere Leserinnen und Leser um finanzielle Unterstützung.

Wenn Sie unsere Artikel gerne lesen, würden wir uns über einen regelmäßigen Beitrag sehr freuen.

Spenden Sie direkt über PayPal oder via Überweisung.

Herzlichen Dank!

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Kommentar schreiben