
Navid Kermani: Sommer 24
19. Juni 2026
The Veils: Fragile World
19. Juni 2026Vor ausverkauftem Haus im Mojo Club zu spielen sollte Anlass genug sein, abzuliefern und die erwartungsvollen Gesichter glücklich zu stimmen. Doch weit gefehlt. Auch schöne Sommertage sind kein Garant für gelungene Konzerte.
von Wanja Wiese
Den Support gab auch am am 18.06.2026 im Hamburger Mojo Club die langjährige musikalische Partnerin Trickys, Marta Złakowska zusammen mit ihrer Begleitung am Keyboard. 25 Minuten, die sich viel zu lang anfühlen, da die Varianz der Lieder fehlte und auch der Sound war nicht gut. Die künstlich klingenden Bässe übertönten fast alles und schluckten nicht unerhebliche Teile des Gesangs. Einer erstaunlich hohen Anzahl der Gäste schien dieser Geräuschbrei dennoch zu gefallen.
Kaum zu verstehendes Gemurmel
Um 21:00 Uhr ging es dann weiter mit Tricky. Das Bühnenlicht war sehr dunkel, in uninspiriertem Blau gehalten, so dass die Gesichtszüge der vier Musiker nur zu erahnen waren. Marta Złakowska stand links vom Meister und durfte wieder singen, dieses Mal überzeugte ihr Gesang, er klang sauber und war deutlich lauter als Trickys, dessen Gemurmel kaum zu verstehen war, das ist auf den Alben weitestgehend anders! Am anderen Bühnenrand positionierte sich ein junger männlicher Sänger, der bei einigen Songs Marta Złakowskas Part übernahm. Der Sound war abermals nicht ideal abgemischt und klang durchweg zu hart, die Saiteninstrumente wurden mehrmals übersteuert und das Schlagzeug war viel zu laut, trotz der Plexiglas-Trennwände! Eine Punkband hätte diesen Herren sicherlich gefeiert…
Nur 35 Minuten Tricky
All das machte den zahlenden Gästen scheinbar nichts aus, es wurde lauthals applaudiert, vielleicht auch aus Angst man könne sonst erneut abgestraft werden und den Rest des Konzertes nur den Rücken der Diva zu sehen bekommen. Das Glück hatte eine gute Freundin vor Jahren, als Tricky das gesamte (!) Konzert mit dem Rücken zum Publikum spielte. Adrian Nicholas Matthews Thaws, so der bürgerliche Name Trickys, übernahm an dem Abend nur bei einem einzigen Stück den Leadgesang und wenige Songs später ging plötzlich alles ganz schnell und das Quartett schlich sich nach „New Stole“ raus, nach mickrigen 35 Minuten. Kaum zu glauben, dass an sich drei Zugaben mit „Nothing’s Changed“, „Out Of Place“ und „Vent“ geplant waren.
Die Menge blieb erst ungläubig zurück und hofft klatschend und lärmend auf eine Wiederkehr, doch dem Beifall folgen Buh-Rufe, das Gros verabschiedete sich sichtlich enttäuscht und wütend. Einige Menschen warteten noch eine Weile, so auch ich, in der Hoffnung Tricky möge doch noch wiederkommen, doch etwa zwölf Minuten später wurde das Licht wieder eingeschaltet.
(Beitragsbild-Credit: Tricky. Presse-Fotografen waren beim Konzert nicht zugelassen)




