Travis: L.A. Times – Albumreview

Travis credit Steve Gullick

Seit einem Jahrzehnt lebt Travis-Frontmann Fran Healey in Los Angels. Hat dieser Umstand Auswirkungen auf sein Songwriting?

von Gérard Otremba

Ach, was schwelgten wir 1999 alle zu „Why Does It Always Rain On Me?“. Herzzerreißender konnte es kaum werden, doch bot das dazugehörige Album „The Man Who“ noch mit „Turn“ eine um kein Pathos verlegene Indie-Rock-Pop-Hymne, die einen um den Verstand brachte. Auf der Scheibe sogar hintereinander platziert, da kam man aus der Überwältigung der Gefühle kaum heraus. Nach dem Top-Ten-Auftakt des Debüts „Good Feeling“ zwei Jahre vorher, das erste Nummer-1-Album der Schotten im UK sowie der weltweite Durchbruch. Die noch bessere Platte hieß „The Invisible Boy“ und erschien 2001.

Travis in Los Angeles

Travis L.A. Times Albumcover BMG

Alles in der

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Folge ließ sich gut bis sehr gut anhören, der Drive ihrer zwei Aushängeschilderalben fehlte der schottischen Band indes ein wenig. Fran Healy, Sänger, Songwriter und Gitarrist des in den 1990ern in Glasgow gegründeten Quartetts – zu dem noch Gitarrist Andy Dunlop, Bassist Dougie Payne und Schlagzeuger Neil Primrose gehören – lebt seit nunmehr einem Jahrzehnt in Los Angeles, wo das Album in seinem Studio unter Mithilfe von Produzent Tony Hoffer (Air, Beck, Phoenix) auch aufgenommen wurde. Für Healy zwar das „persönlichste Album“ seit „The Man Who“, aber so was liest man ja häufiger mal von den Schöpfern über ihre neuen Werke. Die Klasse der erwähnten Großwerke erreichen Travis mit „L.A Times“ indes nicht, doch hat die Platte wie alle anderen Nachfolgealben einige sehr schöne Tracks vorzuweisen.

Album-Highlights

Das von Sounds & Books zum Song des Tages gekürte, edle, mit Streichern verzierte „Bus“ als Opener und die traurige Ballade „Live It All Again“ als Reminiszenz an die Zeit mit seiner Ex-Frau gehören definitiv dazu. Im euphorischen, bläserverstärkten „Gaslight“ beleuchtet Healey Negativaspekte des Zwischenmenschlichen und im Sixties-Seventies-Folk-Rock-Pop von „Home“ erfreut er sich des Vaterdaseins. Toll auch der Titeltrack als Closer, in dem Healey in Sprechgesangsform auf einige Missstände in den USA hinweist und die Melodie sich am Ende im Kosmischen verliert. Insgesamt ein solides, mit diversen Highlights versehenes Travis-Album.

„L.A. Times“ von Travis erscheint am 12.07.2024 bei BMG. (Fotocredit: Steve Gullick)          

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