ToyToy plays Daft Punk im Hamburger Knust 2021

ToyToy live Hamburg 2021 Knust by André Itjes

Die Hamburger Jazz-Band ToyToy spielte am 24.10.2021 das Daft-Punk-Album „Homework“ live im Hamburger Knust

ToyToy gehören zu den Aushängeschildern der jungen Hamburger Jazzszene – und: sie haben das Knust schon mehrfach gerockt und ausverkauft! Neben den eigenen Veröffentlichungen haben sie sich in den letzten Jahren darauf spezialisiert, Klassiker-Alben in einer „rejazzed“-Variante aufzuführen – u.a. Lauryn Hills Meisterwerk „The Miseducation Of Lauryn Hill“, „Midnight Marauders“ der HipHop-Pioniere A Tribe Called Quest, die Hamburger Rap-Klassiker „Bambule“ der Absolute Beginner und „Sillium“ von und mit Fünf Sterne Deluxe auf der Bühne.

Der ToyToy-Anführer

ToyToy sind vier extrem virtuose Instrumentalisten. Der Anführer der Band scheint Silvan Strauß am Schlagzeug zu sein, der erst kürzlich mit dem renommierten Hamburger Jazzpreis 2021 ausgezeichnet wurde – ein Preis für Musiker*innen, „die einen besonders qualifizierten künstlerischen Beitrag zur Jazzmusik in Hamburg geleistet und sich für die Belange des Jazz in der Stadt eingesetzt haben.“ Der Tausendsassa macht die Ansagen, sorgt für Stimmung und hat ein Dauergrinsen im Gesicht – er ist voll dabei!

Mit Samuel Wootton an den Percussions hat Strauß einen kongenialen Spielpartner, der etliche Toys zur Hand hat und diese teils durch Effektgeräte jagt. Es wird geraschelt und auf Congas eingedroschen, dazu u.a. Glockenspiel, Marimba und Becken. Alex Eckert, der als „Alex Eckert Universe“ 2019 die Spezial-Ausgabe eines ToyToy-Releases abgeliefert hat, sorgt nicht nur für sphärische Gitarrenklänge, sondern teils auch für Rockpower – und Daniel Stritzke spielt den heavy Bass-Groove dazu.

Daft Punk rejazzed

Nun also der Daft-Punk-Tribute-Abend, die sich ja dieses Jahr aufgelöst haben. Es hieß schon mal „ToyToy plays Daft Punk – Homework (rejazzed)“ im Knust – und das war so gut, dass da definitiv Bock auf ein Replay ist. Der Laden ist gut gefüllt und die Leute sind abgehbereit, ein überwiegend junges Jazz-Publikum. Der Sound ist wie gewohnt sehr gut und auch der Lichtmann lässt sich nicht lumpen.

Diesmal also ein echter Klassiker der elektronischen Musik, eine der einflussreichsten Platten der House-Musik und der Ursprung des Filter-House-Genres. In der Info zum Konzert heißt es: „Die Elektronik Pioniere Guy-Manuel de Homem-Christo und Thomas Bangalter haben in ihrem Debüt Genres durchbrochen und einen einmaligen Mix aus House & Punk erschaffen, welcher damals die Szene auf den Kopf gestellt hat und viele Fans, auch aus anderen Genres für elektronische Musik begeistern konnte.“

Das instrumentale ToyToy-Feuerwerk

Die Jazz-Boys liefern abendfüllend ab, das war nicht anders zu erwarten. Selbst Newbies im ToyToy-Publikum, die Sorge hatten, bei Daft Punk wird es zu fröhlich, ließen sich mitreißen. Die großen Hits wie „Around The World“, „Revolution 909“ oder „Da Funk“ stechen heraus und sind sofort erkennbar, aber über weite Strecken klang das instrumentale Feuerwerk fast ToyToy-typisch. Die Jungs nähern sich den musikalischen Ursprüngen der jeweiligen Meisterwerke an und bringen sie dann ins hochmusikalische, extrem tanzbare, eigene Universum. Daft Punk selber würden sicherlich sagen: „Oh Yeah!“.

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