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27. Januar 2026Ein Album wie eine Reha: Auch 30 Jahre nach der Erstveröffentlichung kann „Djelika“ die Welt noch immer ein bisschen besser machen
von Sebastian Meißner
Als „Djelika“ 1995 erstmals international erschien, war sofort spürbar, dass hier etwas Außergewöhnliches geschah. Toumani Diabaté, der große Erneuerer der Kora, der 2024 im Alter von nur 58 Jahren verstarb, öffnete mit diesem Album ein neues Kapitel westafrikanischer Musikgeschichte – und zugleich ein Tor für ein weltweites Publikum. Auf dem Hannibal-Label von Joe Boyd veröffentlicht, wirkte „Djelika“ damals zugleich beruhigend und revolutionär: tief verwurzelt in der malischen Tradition der Griots und doch von einer Offenheit – insbesondere zu Flamenco, Blues, Jazz -, die man so vorher kaum kannte. Die Musik klang vertraut und neu zugleich, zeitlos und gegenwärtig. Kritiker wie Hörer erkannten schnell die meisterhafte Virtuosität Diabatés, seine nahezu grenzenlose Verspieltheit und die stille
Kühnheit, mit der er die Kora aus ihrem angestammten Kontext löste und auf eine globale Bühne stellte.
Klanggewordene Freiheit
Die Wiederveröffentlichung von „Djelika“ – nun erstmals auf Vinyl und klanglich herausragend überarbeitet – macht eindrucksvoll deutlich, wie langlebig und lebendig diese Musik ist. Das Remastering von den Produktions-Mastern verleiht den Aufnahmen eine Wärme und Präsenz, die jedes Detail atmen lässt. Beim Hören öffnen sich ganze Welten, die Zeit scheint stillzustehen. Diese Musik ist rein, frei von jeder Negativität, ohne Doppelzüngigkeit oder Zynismus. Sie spricht direkt, ehrlich und mit einer Sanftheit, die zutiefst beglückt. „Djelika“ ist kein Album, das man nur hört – es ist eines, das man bewohnt.
Unschuldige Reinheit
Der Opener und Titelsong „Djelika“ setzt vom ersten Moment an den Ton: ein angenehmer Wohlklang, getragen von atemberauben…




