Total Babes: Heydays – Album Review

Total Babes: Heydays – Album Review

Stürmischer Indie-Pop-Rock des Quartetts aus Medina / Ohio

von Gérard Otremba

Eigentlich ist Jayson Gerycz Schlagzeuger bei den Cloud Nothings. Doch zusammen mit Sänger und Gitarrist Christopher Brown betreibt er noch die Noiserock-Band Swindella und weil das Musikmachen so viel Spaß bringt, haben die beiden vor ein paar Jahren noch die Total Babes gegründet. 2011 erschien das Debütalbum Swimming Through Sunlight, dem nun das Zweitwerk Heydays folgt. Gemeinsam mit Bassist Nathan Ward und John Elliott an den Synthesizern frönen die Herren auf Heydays einem stürmischen Indie-Pop-Rock, melodiös und kratzbürstig zugleich. Mit dem Opener „Blurred Time“ suhlen sich Total Babes im grenzenlos geilen Garagen-Pop mit sich überschlagendem Schlagzeugspiel, ein Hang zum Post-Punk ist nicht zu verhehlen. Der Titelsong „Heydays“ kommt hingegen wesentlich lässiger daher, legt mehr Wert auf eine hinreißende Melodieführung, dem Brit-Pop näher als dem Post-Punk. Zwischen Brit-Pop und Shoegazer-Rock changiert „Bone Dry Eyes“, ein mächtig wirbelnder und am Ende einer Gitarren-Dekonstruktionsorgie anheimfallender Song.

Einen fiebrigen wie fiesen Crossover-Rock-Pop mit wilden Free-Jazz-Saxophon-Einsätzen von Dylan Baldi (Cloud Nothings) bieten die Total Babes mit „Circling“ an, während das Gitarrenspiel bei „We’ll Come Around“ teilweise an beste Blumfeld-Zeiten erinnert. Dazu eine fluffige Synthie-Melodie und fertig ist ein überschwänglicher Indie-Rock-Song. Nach dem kurzen Piano-Intermezzo „Sunny Side“ überzeugen Total Babes mit allerfeinstem Gitarren-Pop bei „Repeat Gold“, dem wunderbaren Teenage Fanclub huldigend. Im abschließenden „Can I Turn You On?“ schiebt sich immer wieder ein ganz wunderprächtiger Western-Country-Gitarren-Twang in den Vordergrund und himmlische Synthie-Flächen katapultieren den Song in pathetische Höhen, womit das Album mit zwei absoluten Highlights endet. Zwar enthält Heydays nur acht Songs, doch in fast jedem von ihnen pulsiert der Indie-Pop-Rock der Total Babes aufs Allerschönste.

„Heydays“ von Total Babes ist am 15.05.2015 bei Wichita Records / PIAS erschienen.

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