Tori Amos: Little Earthquakes und Under The Pink – Remastered Deluxe Album Review

Tori Amos: Little Earthquakes und Under The Pink – Remastered Deluxe Album Review

Die ersten beiden fantastischen Tori Amos-Alben remastered mit Bonus-Tracks

von Gérard Otremba (Beitragsfoto: Warner Music)

Es war in der Tat ein kleines Erdbeben, das Tori Amos mit ihrem Debütalbum Little Earthquakes 1992 hinterließ. Auch der zwei Jahre später erschienene Nachfolger Under The Pink verströmte die einladende und betörende Aura des Erstlingswerks. Beide Alben sind nun als Remastered Deluxe Versionen, jeweils samt einer zusätzlichen CD mit B-Sides und Live-Aufnahmen derTori-Amos-Little-Earthquakes-Cover damaligen Jahre veröffentlicht worden. Tori Amos entblößte auf Little Earthquakes ihre Seele, Schmerz und Schönheit gingen Hand in Hand und wer von Songs wie „Crucify“, „Girl“, „Silent All These Years“, „Winter“, „China“ oder „Mother“ nicht hingerissen und berührt wird, ist ein emotionaler Krüppel, denn die Lieder üben auch nach über 20 Jahren noch eine ähnlich magische Kraft aus wie beim Erscheinen. Die damals knapp 30-jährige Tori Amos stellte Gesang, Text und Piano in den Vordergrund und sang in „Me And A Gun“ über ihre Vergewaltigung. Amos lotete Extreme in verführerischer Weise aus, zarte Introspektive traf auf leidenschaftlichen Expressionismus. 18 Bonus-Tracks erweitern das Hörvergnügen von Little Earthquakes. „Upside Down“, „Thoughts“, „Mary“ und selbstverständlich ihre Version des Nirvana-Klassikers „Smells Like Teen Spirit“ sind von ähnlich überragender Qualität wie die zwölf Songs auf Little Earthquakes, das in der Neuauflage seine zeitlose Eleganz unterstreicht. Ein Meisterwerk zeitgenössischer Popmusik.

Der Nachfolger Under The Pink

12inch_cover_3mm_right_VKT-17503.qxd:Layout 1

Nach einem solch fabulösen Erweckungserlebnis wurde das Zweitwerk mit Spannung erwartet, hatte es aber natürlich nicht ganz so einfach. Doch untermauerte Under The Pink 1994 Tori Amos‘ Statuts als Piano-Elfe mit dem Hang zu entwaffnender Selbstdarstellung. Einige Songs gerieten experimenteller, behielten aber die atmosphärische Dichte des Debüts, das stellenweise an Kate Bush erinnerte. „Pretty Good Year“, „God“, „Cloud On My Tongue“ und natürlich „Cornflake Girl“ und ganz besonders „Pass The Mission“ sind grandiose Exponate der Tori Amos-Verzauberung. Auf der Bonus-CD befinden sich 15 Tracks, von denen „Sister Janet“, „Honey“ und „Black Swan“ herausragen. Diverse Live-Aufnahmen lassen, ähnlich wie auf der Bonus-CD von Little Earthquakes, die Erinnerungen an die ersten damals selbst erlebten Tori Amos-Konzerte erwachen Ein großer Verdienst dieser Re-Issue-Veröffentlichungen, die die beiden besten Tori Amos-Alben neu ins verdiente Licht rückt.

 

Die „Little Earthquakes“- und „Under The Pink“ Remastered Deluxe-Versionen von Tori Amos sind am 10.04.2015 bei Rhino Records / Warner Music erschienen.

Kommentar schreiben

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.