Too Tangled: Revel Revel – Album Review

Too Tangled: Revel Revel – Album Review

Electro-Wave-Indie-Pop aus Belgien im neuen Design

Nach drei Alben, vielen Konzerten und familiärem Nachwuchs nahm sich das belgische Duo Too Tangled eine schöpferische Auszeit. In einer kleinen verlassenen Hütte in heimatlichen Gefilden fanden Eva Buytaert und Roeland Vandemoortele Ruhe, Kraft und Inspiration für den neuen Longplayer Revel Revel. Den elektronischen Einflüssen geben Too Tangled mehr Raum als auf den vorangegangenen Platten, aber was bleibt ist die ähnlich düstere Atmosphäre. „Sleepwalk“, der Einstieg ins neue Werk, ist ein unterkühlter, nebelverhangener Electro-Wave-Track, gleichzeitig jedoch impliziert er eine knisternde, erotisch aufgeladene, lüsterne Atmosphäre. Ein pulsierender, hypnotischer Indie-Club-Song.

Sounds & Books_Too_Tangled_Revel Revel_CoverDas nachfolgende „Mexican Drugs“ überzeugt mit einem hymnisch-überschwänglichen Chorus, obwohl in diesem Amalgam aus Electro- und Indie-Pop immer auch eine sehnsüchtige Note mitschwingt. Das von Ian Davenport im Courtyard Studio zu Oxford gemixte und von Emily Lazar (Paul McCartney, Depeche Mode, Sonic Youth, Björk) im New Yorker Studio „The Lodge“ gemasterte Revel Revel findet eine schöne Balance aus frühen 80er-Electro-Wave und dem melodiösen Indie-Pop weniger Jahre später, lassen sich also zwischen Depeche Mode, Icehouse und The Church einordnen. In „Neon“ gelingt Too Tangled dieser Spagat sogar in einem einzigen Song.

Während „Get Your Kicks“ in finsteren Electro-Sphären tänzelt, entpuppt sich „Heartless Digital Bits“ als melodieverliebter, melancholischer, aber groovy und mainstreamradiotauglicher Pop. Bei „Airplane Skies“ setzen Too Tangled auf harmonischen Akustik-Pop, „Wavesong“ versteckt sich liebevoll zwischen den Wolken und lässt zwischenzeitliche Sonnenstrahlen hindurchscheinen, der Titelsong „Revel Revel“ hingegen pulsiert wiederum nervös und überbordend in den nächsten Indie-Club. „Back (Wild)“ begibt sich dann schon gefährlich nahe an die Techno-Zone, im abschließenden „Pain Of Too Much Fun“ nimmt trotz legerer Gitarrenlicks die Düsternis wieder Gestalt an. Einer der eindringlichsten Songs des Albums. Die Abgeschiedenheit der isolierten Kate tat Too Tangled offensichtlich gut.

„Revel Revel“ von Too Tangled ist am 17.03.2017 bei Popup-Records / Soulfood / Believe Digital erschienen (Beitragsbild: Pressefoto).

Kommentar schreiben

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.