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20. Juli 2024Viel Stoff auf dem neuen Album „Primzahlen aus dem Bardo“ von Tom Liwa
von Gérard Otremba
Es ist Tom Liwas circa 31. Album und natürlich mal wieder eine seiner ganz besonderen Veröffentlichungen. Überhaupt hat der 1961 in Duisburg geborene Songwriter in den Jahren seit es Sounds & Books gibt einen richtig guten Lauf. Seine in dieser Zeit erschienenen und von uns rezensierten Alben „Ganz normale Songs“ (2018), „Der, den mein Freund kannte“ (2020) sowie „Eine andere Zeit“ (2022) erhielten durchweg positive bis euphorische Kritiken. Auch die Flowerpornoes-Platte „Morgenstimmung“ von 2021 hinterließ einen großartigen Eindruck. Diesen Lauf setzt Tom Liwa mit seinem neuen Opus „Primzahlen aus dem Bardo“ fort.
Vierzehn, teils epische Tracks
Aufgenommen hat Liwa das Werk mit Luise Volkmann am Saxophon sowie der Leuchtturmband, bestehend aus Gitarrist Björn Ehlen, Bassistin Angela Gobelin und Schlagzeuger Lars Plogschties, sowie Stefan Horlitz am Vibrafon. Gleich vierzehn Tracks befinden sich dem Album und einige von ihnen von epischer Länge. Zwei über vierzehn („Space Czechovs“, „Binnen Meisje“) und drei von über sieben, respektive acht Minuten („Hemil“, „Malmö 1948“, „Mari On“). Gewaltige, mäandernde Brocken, die uns Tom Liwa da vorsetzt. Die Songs fließen aber sachte dahin, umschiffen einige freejazzartige Stromschnellen, um wieder zu feinsten Indie-Folk-Liedermacher-Melodien zurückzufinden. Tom Liwa erzählt, manchmal wortwörtlich im Sprechgesang, nachdenkliche, mitunter assoziative, aber immer wunderbare Geschichten und man verliert sich gar prächtig in seinen Texten. In denen frühere Protagonisten wiederauftauchen, Perspektiven wechseln und Identitäten, Raum und Zeit sich in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auflösen.
Der dylaneske Tom Liwa
Liwas Output hat diesmal schon viel Dylaneskes an sich, auch ein Bill Callahan und ein Nils Koppruch fallen einem ein. Und das spricht doch sehr für Tom Liwa. Neben den erwähnten Epen ragen noch das Erinnerungsstück „The Old Stockholm“ sowie das vergleichsweise quirlige und flotte, dem Indie-Pop nahekommende, lediglich zweieinhalb Minuten dauernde „Love Dinner“ aus dem opulenten, von Liwa und seinen Mitstreitern virtuos in Szene gesetzten Doppelalbum heraus. Mit „Primzahlen aus dem Bardo“ führt Liwa seinen Weg konsequent fort. Und wer, wie ich, „Eine andere Zeit“ in die Endjahresliste 2022 auf genommen hat, der kommt in diesem Jahr an den „Primzahlen“ nicht vorbei.
„Primzahlen aus dem Bardo“ von Tom Liwa erscheint am 21.07.2024 bei Bandcamp. (Beitragsbild von Gérard Otremba)
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