Tom Barbash: Mein Vater, John Lennon und das beste Jahr unseres Lebens

Tom Barbash: Mein Vater, John Lennon und das beste Jahr unseres Lebens

In seinem neuen Roman katapultiert uns Tom Barbash in das Jahr 1980 und beschwört den Geist der Beatles

Das beste Jahr ihres Lebens war das Jahr 1980. In das Jahr der Ermordung John Lennons entführt uns der amerikanische Schriftsteller Tom Barbash in seinem neuen Roman. 1980 ist nicht nur das Todesjahr des ehemaligen Beatles-Mitglieds, sondern auch dessen Comeback-Jahr als Solokünstler, erschien doch kurz vor seinem tragischen Ableben mit „Double Fantasy“ sein erstes Album nach fünf Jahren Pause. In Barbashs Roman steht  auch Reginald „Buddy“ Winter vor einem Comeback. Winter moderierte zehn Jahre lang eine landesweit bekannte Talkshow, bevor er 1978 mitten in einer Sendung das Studio verließ und eine gesundheitsbedingte Auszeit nahm.

Die Buddy-Winter-Late-Night-Show

Tom Barbash Mein Vater, John Lennon und das beste Jahr unseres Lebens Cover Verlag Kiepenheuer & Witsch

Sein 23-jähriger Sohn Anton, aus dessen Erinnerungsperspektive Tom Barbash die Handlung erzählt, kurbelt als „Sidekick, Muse, Gagschreiber und Gästekoordinator in einer Person“ die Karriere seines Vaters wieder an. Die Rolle als rechte Hand seines Erzeugers hatte Anton bereits in Teenagerjahren inne, bevor er als Mitglied der Peace Corps nach Gabun ging und mit einer schweren Malaria-Erkrankung zurückkehrte. Zurück nach New York, zurück ins Dakota Building, wo seine Familie in der direkten Nachbarschaft der Lennons wohnt. Anton setzt sich die Wiedervereinigung der Beatles in der neuen Buddy-Winter-Late-Night-Show zu seinem Ziel.

Tom Barbash beschwört den Geist der Beatles

Mit einem sagenhaften Dialogfeuerwerk hält uns Tom Barbash 350 Seiten lang bei Laune und beschwört den Geist der Beatles, obwohl die Figur des John Lennon relativ spät in den Fokus rückt und einer dominanten Vater-Sohn-Story weicht. Ein Roman, der sowohl als Hommage als auch als Abgesang an das alte New York und Amerika zu lesen ist. Zahlreiche innen- und außenpolitische Gründe (beginnende Yuppie-Gentrifizierung sowie steigende Kriminalitätsrate in New York, der Aufstieg des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Ronald Reagan, Geiselnahme von US-Diplomaten im Iran, Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan) sind für Barbashs Hauptprotagonist Anton Indizien für eine Zeitenwende am Anfang des neuen Jahrzehnts. Ein dramaturgisch gut gesponnener Roman-Plot zu den Ereignissen des Jahres 1980.

Tom Barbash: „Mein Vater, John Lennon und das beste Jahr unseres Lebens“, Kiepenheuer & Witsch, übersetzt von Michael Schickenberg , Hardcover, 352 Seiten, 978-3-462-05311-1, 22 Euro.

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