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10. April 2026
Long Distance Calling: The Phantom Void
10. April 2026Noch ein Vintage-Soul-Album? Dann sollte man schon etwas zu bieten haben: Seele, Tiefe, Wärme. So wie der französische Sänger Tiwayo.
von Werner Herpell
Was wurde eigentlich aus Tiwayo, diesem aufstrebenden Soul-Sänger aus Paris? Sein 2019er Debütalbum „The Gypsy Soul Of Tiwayo“ lobte Sounds & Books als „Geburtsstunde eines großen Talents, von dem wir hoffentlich weiterhin viel Gutes hören werden“. Dann hörten wir aber leider nicht mehr viel von dem jungen Mann mit der frühzeitig gereiften schwarzen Stimme (obwohl bei Bandcamp noch ein Album von 2023 mit dem Titel „Desert Dream“ gelistet ist).
Ein halbes Jahr Vorfreude belohnt
Bis im vorigen November eine Single namens „I’ve Got To Travel Alone“ aufpoppte und hier gleich zu unserem „Song des Tages“ gekürt wurde. Die damit verbundene Ankündigung einer neuen
Tiwayo-Platte für den April ließ die Vorfreude über ein halbes Jahr stetig wachsen, aber nun ist es soweit. „Outsider“ ist genau das Vintage-Album im Sixties/Seventies-Southern-Soul-Stil, das man von dem mittlerweile 39-jährigen Franzosen erwarten, oder besser: erhoffen konnte.
Das hat auch viel mit dem Produzenten der elf Lieder zu tun: Grammy-Gewinner Adrian Quesada von den Black Pumas, ein Experte in der Kunst, den US-amerikanischen Soul aus seiner glorreichen Vergangenheit in die Gegenwart zu überführen, ohne die Haupt-Ingredienzien (Seele, Tiefe, Wärme) dafür zu opfern. „Die Messlatte hat Tiwayo jedenfalls schon mal sehr hoch gelegt“, schrieb mein geschätzter Kollege Gérard Otremba vor sieben Jahren über das Debüt. Mit „Outsider“ springt er zumindest nicht drunter her, die Platte hält das „Gypsy Soul“-Niveau.





