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12. März 2026Mit „Hoggar“ zeigen Tinariwen erneut ihre charakteristische Verbindung aus Tuareg-Tradition und hypnotischem Desert Blues
Tinariwen stammen aus dem Volk der Tuareg, deren nomadische Kultur weite Teile der Sahara prägt. Ausgehend von deren traditioneller Musik verbinden Tinariwen charakteristische Gesangstechniken und rhythmische Muster mit Elementen westlicher Rock- und Popmusik. Neben traditionellen Instrumenten kommen dabei auch elektrische Gitarren und Bass zum Einsatz. So entsteht jener hypnotische Klang, der häufig als „Desert Blues“ bezeichnet wird. Tinariwen existieren seit 1979 und gelten als Pioniere dieses Desert Blues. Anders als viele jüngere Vertreter des Genres – etwa Mdou Moctar oder Imarhan – entstand die Gruppe bereits in einem politisch bewegten Umfeld in der
Sahelregion. Dabei ist Tinariwen weniger eine klassische Band als vielmehr ein offenes Kollektiv mit wechselnden Mitgliedern und gewissermaßen mobilem Studio. Diese Struktur spiegelt die nomadischen Hintergründe der Musiker wider und prägt bis heute ihre Arbeitsweise.
Rückkehr zu den Wurzeln
Mit „Hoggar“, dem zehnten Studioalbum der Gruppe, wenden sich Tinariwen wieder stärker ihren musikalischen Ursprüngen zu. Die Aufnahmen entstanden im Süden Algeriens und verzichten bewusst auf größere internationale Produktionsinszenierungen. Stattdessen prägen akustische Gitarren, gemeinschaftlicher Gesang und eine insgesamt reduzierte Klangästhetik das Album. Gerade diese Konzentration auf wenige musikalische Mittel verleiht der Musik eine besondere Intensität. Die schwebenden Gitarrenlinien und repetitiven Rhythmen entfalten dabei eine fast tranceartige Wirkung.




