
Kurz und gut: Alben von Bonny Doon, J.E. Sunde und Ralfe Band
14. Juni 2023
Gov’t Mule: Peace…Like A River
14. Juni 2023Die ungarische Ein-Mann-Metalband Thy Catafalque zeigt sich auf ihrem neuesten, dem inzwischen 11. Studiowerk so vielschichtig wie eh und jeh
von Michael Thieme
Der Tamás wieder. Verschreckt Freunde seiner progressiven Meisterleistungen auf den bisherigen Alben, die er als Thy Catafalque veröffentlicht hat, erstmal mit finster-gutturalem Death-Metal-Vocals auf dem Opener „A csend hegyei“, um sie ein paar Songs später in liebgewonnener, instrumentaler Vielschichtigkeit wieder harmonisch zu verwöhnen. Fehlende Scheuklappen sowie Berührungsängste – wohl deswegen hat der seit 1999 als Thy Catafalque musizierende Tamás Kátai (anfänglich mit musikalischem Partner, seit 2011 alleinverantwortlich) langsam aber sicher stets mehr Freunde seiner Kunst gewonnen. Deren Verlangen nach Live-Präsentation gab der sonst eigenbrötlerisch ausschließlich im Studio tüftelnde Ungar im letzten
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Jahr endlich nach, was zu dem sehr empfehlenswerten Album „Mezolit (Live at Fekete Zaj)“ führte.
Flötende Gäste en masse
Nun wieder neue Sounds aus dem Studio, diverse Gäste vertonen natürlich auch hier das von Kátain erdachte – darunter Ausführende an diversen Flöten, French Horn, Violinen sowie alles, was im Metal zum Standard gehört, stimmlich chargierend zwischen dem bereits erwähnten Todesblei in der Gurgel neben folkloristischer, weiblicher Vokalarbeit. Dass das Ganze (mal wieder) nicht zum substanzlosen Kuddelmuddel ausartet, liegt an der musikalischen Vision Kátais, der unentwegt neue Platten nachlegt, die alle seine wiedererkennbare Handschrift offenbaren – ohne dabei jedoch in Wiederholungen zu stagnieren und die damit immer wieder aufs Neue zu überraschen wissen.
Ein vorderer Platz in der Discografie von Thy Catafalque, am End‘
Welchen Platz „Alföld“ nach intensiverem Studium letztendlich in der Diskografie von Thy Catafalque inne haben wird, bleibt abzuwarten – der fast zehnminütige Titeltrack sowie Perlen wie das luftig Spiritual-Jazz-Elemente integrierende „Folyondár“ weisen allerdings beim ersten Hören bereits darauf hin, dass es ein vorderer werden könnte. Noch hat allerdings der von S&B besprochene Studio-Vorgänger „Vadak“ die Nase leicht vorne.
„Alföld“ von Thy Catafalque erscheint am 16.06.2023 bei Season Of Mist. (Beitragsbild: Albumcover)




