The Lumineers: Cleopatra – Album Review

The Lumineers: Cleopatra – Album Review

Die Neo-Folk-Bewegung bleibt durch The Lumineers am Leben

von Gérard Otremba

Sie sind mit der von Mumford & Sons auf die Spitze getriebenen Neo-Folk-Bewegung 2012 nach oben gespült worden. Ihr Mega-Hit “Ho Hey“ war so hübsch wie simpel und überaus eingängig. Wesley Schultz, Jeremiah Fraites und Neyla Pekarek begaben sich auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum auf eine doch liebenswerte Zeitreise mit musikalischen Verwiesen aus den letzten drei Jahrhunderten des amerikanischen Liedgutes. Auf der anschließenden Tour gehörte der Auftritt beim Glastonbury Festival 2013 zu den absoluten Highlights für das Trio aus Denver.

In der Texanischen Metropole begannen dann auch die Arbeiten am Nachfolgewerk Cleopatra, bevor man sich mit Produzent Simon Felice, der mit den Felice Brothers einen nicht unwesentlichen Teil zum Folk-Rock-Revival beisteuerte, in die Nähe von Woodstock zu den Aufnahmen zurückzog. Auf Cleopatra verfolgen The Lumineers denselben Ansatz der akustischen Arrangements wie schon beim ersten Longplayer. Zu Beginn des Albums geht es gleich mal hymnisch mit dem majestätisch stampfenden „Sleep On The Floor“ los, bevor das unwiderstehliche „Ophelia“ sich ähnlich in das Bewusstsein einschmeichelt wie seinerseits „Ho Hey“. Der Song hat diese lässige, fingerschnippende Eleganz und den chorhaften Mitsingrefrain. Der Titelsong „Cleopatra“ euphorisiert in bester Avett Brothers-Manier, eine schmetternde Folk-Rock-Hymne.

Auch der „Gun Song“ steigert sich am Ende ins Opulente, während sich The Lumineers in der Folge mehr auf die leise betonte Innerlichkeit konzentrieren. „Angela“ bricht noch einmal ins Hymnische aus, doch bereits das sanft illuminierende „In The Light“ und das sakral anmutende „Gale Song“ läuten eine ruhige Album-Phase ein, die mit „Long Way From Home“, eine Art moderner Gospel-Folk, ihre Fortsetzung nimmt. „Sick In The Head“ ist ebenfalls ganz bei sich und „My Eyes“ erinnert in der Dramaturgie schon fast an Jeff Buckley, bevor das Album mit einem kurzen Piano-Instrumental endet. Cleopatra ist ein ganz feines zweites Album von The Lumineers geworden, das seinen Siegeszug durch die Charts bereits antritt.

„Cleopatra“ von The Lumineers ist am 08.04.2016 bei Decca Records / Dualtone / Universal Music erschienen.

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