The Legendary Tigerman: True – Album Review

The Legendary Tigerman: True – Album Review

Rock’n’Roll, Blues und Wahnsinn

von Gérard Otremba

Paulo Furtado heißt der Mann hinter The Legendary Tigerman. Seit 2002 macht der in Mosambik geborene und in Portugal aufgewachsene Furtado unter dem Moniker The Legendary Tigerman Musik. Der Film prägte das Schaffen des 44-jährigen jedoch in ähnlicher Art, so dass in den letzten Jahren auch drei Soundtracks aus seiner Feder stammten. Paulo Furtado hat sich dem Blues verschworen. Einem Blues, der sich mit Rock’n‘Roll paart und einen Hang zum Abgründigen nicht verbergen kann. Der Opener seines neuen Albums True, „Do Come Home“, schleicht sich auf einem verträumten Gitarrenmotiv an, Furtados anschmiegsame Stimme betört den Hörer von der ersten Sekunde an. „Gone“ hingegen poltert mit kruden, abgefahrenen Gitarrenriffs los, ein wildes, abgefahrenes Saxophonsolo stolpert hinein, Handclapping und eine aberwitzige Trompete vervollkommnen diese windschiefe Mischung aus Blurt, Lou Reed und frühe Black Rebel Motorcycle Club. Irre und atemberaubend. „Storm Over Paradise“ beginnt im schwerfälligen, fast morbiden Blues-Modus und entwickelt sich im Chorus zu einem ordentlichen Crossover-Kracher.

In „Wild Beast“ flüstert Furtado albtraumhaftig, Streicher unterstützen das bedrohliche Szenario. „Twenty Flight Rock“ kulminiert zu einer Art Psychedelic-Buddy-Holly-Rock’n’Roll, während „Dance Craze“ sich auf jedem Indie-Rock-Dancefloor wohl fühlt. Ein Brecher-Song. Das Cover des Booker T. & The M.G.‘s-Klassikers „Green Onions“ passt sich dem Album-Inhalt perfekt an, „Twenty First Century Rock’n’Roll“ hält alles, was der Titel verspricht, „Love Ride“ nimmt das Tempo raus, Streicher und Furtados becircende Stimme übernehmen die Geschicke. Im reduzierten Folk-Pop von „My Heart, Safe At Home“ konzentriert sich wiederum alles auf seine markanten und verführerischen Vocals, ebenso wie im dunklen und verhangenen „Rainy Nights“. Zwischen Tindersticks und The Walkabouts pendelt sich das romantisch-tiefsinnige „I’m On The Run“ ein, während das abschließende „Is My Body Dead?“ Geistesgrenzen auslotet, Spätfolgen nicht ausgeschlossen. Blues, Rock’n’Roll und dem Wahnsinn nahe kommende Sequenzen, auf True von The Legendary Tigerman ist alles enthalten.

„True“ von The Legendary Tigerman ist am 22.05.2015 bei India Records erschienen.

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