The Hara verwandeln das MTC Köln in einen brodelnden Hexenkessel voller Energie, Nähe und emotionaler Intensität
Text und Fotos von Kimberley Böker
The Hara, eine britische Alternative-Rock-Band aus Manchester, die für ihre energiegeladenen Live-Auftritte und ihren Mix aus Rock, Pop und elektronischen Elementen bekannt ist, am 20.11.2025 im Kölner MTC auftraten, lag von Beginn an eine gespannte, aber warme Stimmung in der Luft. Der kleine Club füllte sich schnell, doch trotz der Enge wirkte alles sehr vertraut. Die Fans rückten näher zusammen, und dadurch entstand eine Atmosphäre, die für ein rockiges Konzert wie dieses kaum passender sein konnte. Das gedämpfte Licht, kombiniert mit dem leichten Geruch von Nebel, bereitete das Publikum langsam auf einen intensiven Abend vor. Besonders spannend war, dass viele Besucher die Band schon seit ihren frühen Social-Media-Erfolgen verfolgten und nun endlich wieder live erleben konnten, wie stark Sänger Josh Taylor, Gitarrist Zack Breen und Drummer Jack Kennedy als Trio harmonieren.
The Hara: Energiegeladener Start in ein intensives Set
Als die Band die Bühne betrat, wurden sie sofort begeistert empfangen. Ohne lange zu zögern, legten The Hara mit einem kraftvollen Einstieg los und heizten das Publikum gleich mit „Stay“ ein, das mit seinem treibenden Refrain sofort alle mitriss. Die Musiker bewegten sich leidenschaftlich über die Bühne, und die Fans folgten ihnen mit erstaunlicher Energie. Kurz darauf steigerten sie die Intensität weiter, als sie „Violence“ anspielten, dessen rohe, aggressive Dynamik im kleinen Club besonders eindrucksvoll wirkte. Obwohl das MTC klein ist, klang alles erstaunlich klar, wodurch sowohl die härteren Gitarren als auch die melodischen Gesangsparts voller Wirkung blieben. Später sorgte „Friends“ für einen Moment der Verbundenheit, da viele Fans den eingängigen Text mitsangen und dadurch ein Gefühl echter Gemeinschaft entstand. Alles fügte sich zu einem harmonischen, aber gleichzeitig sehr lebendigen Gesamteindruck zusammen.
Nähe zum Publikum und besondere Momente
Während des Konzerts suchten die Band immer wieder die Nähe zu den Fans. Die kurzen, aber herzlichen Ansagen zwischen den Songs sorgten für viele persönliche Momente, und immer wieder spürte man, wie sehr die Band den direkten Kontakt schätzte. Dieser Kontakt zeigte sich nicht nur verbal, sondern auch körperlich: Als Sänger Josh Taylor plötzlich zu einem spontanen Stage Dive ansetzte, brach im Publikum begeistertes Jubeln aus. Kurz darauf bildete sich ein kleiner, aber intensiver Moshpit, der die Energie im Raum noch weiter anheizte. Besonders beeindruckend war dennoch ein ruhiger Song in der Mitte des Sets, der das Publikum kurz innehalten ließ und einen starken Kontrast zu der zuvor ausgelassenen Stimmung bildete. Dadurch wirkte die zweite, wieder deutlich lautere Hälfte des Konzerts umso kraftvoller und packender.
Ein Abschluss voller Energie
Gegen Ende steigerten The Hara ihre Energie nochmals, was besonders gut passte, denn es handelte sich um das Abschlusskonzert ihrer EU-Tour. Das Publikum sang, sprang und klatschte im gleichen Rhythmus, sodass die Stimmung bis zum letzten Moment aufgeladen blieb. Als die finalen Töne verklangen, lag ein Gefühl echter Verbundenheit im Raum, das sowohl die Fans als auch die Band spürbar bewegte. Trotz der Erschöpfung nach einem intensiven Tourabschluss blieben die drei Musiker noch im MTC, um Fotos zu machen und sich persönlich zu verabschieden. Dadurch bekam der Abend einen warmen, fast familiären Ausklang, der zeigte, wie intensiv ein Konzert sein kann, wenn Band und Fans gleichermaßen alles geben.









