The Gaslight Anthem: Get Hurt – Album Review

Gewohnt guter Breitwand-Rock aus New Jersey

von Gérard Otremba

Mit einem Monster-Alternative-Blues-Rock-Riff eröffnen The Gaslight Anthem ihr neues Album Get Hurt. Sänger Brian Fallon raunt und krächzt die Strophen in „Stay Vicious“ heraus, nur um sich beim Refrain im samtweichen Rock-Pop-Gefilde wiederzufinden. Kurzfristig könnte man meinen, The Gaslight Anthem möchten sich im Hardrock-Genre neue Sporen hinzuverdienen, oder zumindest mit dem Indie-Rock der Blood Red Shoes konkurrieren, dermaßen fett und mächtig kracht es im Opener. Doch war die Truppe aus New Jersey schon immer eine durch und durch hemdsärmelige und geile Rock’n’Roll-Band mit der spürbaren und gewollten Nähe zu New Jerseys Vorzeigerocker Bruce Springsteen. Der Hang zu opulenter Hymnik breitete sich bei The Gaslight Anthem ja schon seit The `59 Sound sowie den Nachfolgern American Slang und Handwritten aus. Mit eben dem letzten Longplayer eroberten The Gaslight Anthem endgültig die Albumcharts, Top-Ten und Top-Three-Platzierungen in den wichtigsten Ländern inklusive.

Den eingeschlagenen Weg führt das Quartett aus New Brunswick auch auf ihrer fünften Platte Get Hurt konsequent fort. Mit „Rollin‘ And Tumblin‘“ finden wir einen Vollgas-Rock’n’Roll-Song vor, während sich „1,000 Years“ dem hymnischen Rock-Pop annähert, jedoch noch nicht sofort zündet. Besser funktioniert die Power-Hymnik dann aber bei „Stray Paper“ und dem aufgekratzten Springsteen-Rock’n’Roll von „Helter Skeleton“. Ihren an den Boss angelehnten Breitwand-Rock zelebrieren Fallon, Gitarrist Alex Rosamilia, Bassist Alex Levine und Drummer Benny Horowitz dann endgültig bei „Red Violins“, „Selected Poems“ und „Ain’t That Shame“. Diese Songs sind die Bestimmung und das Markenzeichen von The Gaslight Anthem. Und das ist gut so. Mit dem Titelsong „Get Hurt“ bietet die Band eine sanfte, melodische Rock-Ballade, Ähnliches funktioniert in „Underneath The Ground“ nicht ganz so fesselnd, das karg instrumentierte und sehr gefühlvolle „Break Your Heart“ indes umso mehr. Mit dem opulenten Stadion-Rock von „Dark Places“ endet Get Hurt von The Gaslight Anthem, ein Album, das hält, was seine Vorgänger versprechen.

„Get Hurt“ von The Gaslight Anthem ist am 08.08.2014 bei Virgin EMI Records / Universal Music erschienen. gaslight anthem, get hurt, pop-polit, hamburg, rock’n’roll, bruce springsteen, boss, springsteen, new jersey, platte, albu

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