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11. März 2026The Fray sind zurück und tun das, was The Fray seit über zwanzig Jahren erstaunlich konsequent tun. Sie liefern wieder Musik, die wirkt, als wäre sie direkt für späte Abende, kuschelige Räume und zu viele Gedanken geschrieben worden.
von Mia Lada-Klein
Mit „A Light That Waits“ veröffentlicht die mehrfach mit Platin ausgezeichnete Band ein neues Album, das weniger Comeback als vertraute Rückkehr ist. Anfang der 2000er wurden sie mit ihrem tiefgründigen Alternative Rock weltbekannt, vier Grammy-Nominierungen, mehrere Billboard Awards und eine treue Fangemeinde später wissen sie sehr genau, was ihr Publikum erwartet. Und ja, sie liefern genau das.
Spätestens seit „How To Save A Life“ weiß man, dass The Fray Songs schreiben, bei denen man unweigerlich an Filmszenen denkt, an bedeutungsschwere Blicke aus Autofenstern im Regen. Auch „A Light That Waits“ macht keinen Versuch, diesem Ruf zu entkommen. Warum auch. Manche Bands rennen Trends hinterher. The Fray setzen lieber auf das, was sich bewährt hat.
The Fray und ihre Soundtracks für imaginäre Filmszenen
Das Opening wirkt imposant, aber auf leise Weise. Klavier, ein eingängiger Aufbau und Verse, die sich geduldig Richtung Refrain entwickeln. Tanzfläche Fehlanzeige. Stattdessen entsteht sofort dieses typische Soundtrack-Gefühl. Musik, die weniger zum Feiern als zum Nachdenken gedacht ist.
„Ice Cold Lakes“ funktioniert anschließend wie eine kleine Indie-Pop-Hymne, getragen von Melodie statt Energie. Teilweise blitzt sogar eine Erinnerung an die frühen Coldplay auf, damals, als sie noch nicht Stadiongröße hatten. „Emerald“ ergänzt dezente Synthesizer im Hintergrund, unaufdringlich, fast schüchtern. Die Eingängigkeit bleibt, genauso wie die auffallende Ruhe der ersten Albumhälfte.
Die Kunst, nicht laut zu werden
Auch die zweite Hälfte hat keinerlei Interesse an Ausbrüchen. „Wherever You Reach For Me“ startet am Klavier und klingt sofort nach einem Song, bei dem das Publikum automatisch leiser wird.
Doch genau hier entsteht auch ein kleiner Wunsch. Ein Song, der das Tempo anzieht, der das Spektrum erweitert, hätte dem Album gutgetan. „Tasted Glory“ bringt zwar etwas mehr Bewegung hinein, bleibt aber auch eher sanft und kontrolliert. Das Klavier hält alles fest im melancholischen Kosmos, aus dem The Fray offenbar nicht ausbrechen wollen.
The Fray und ihre konsequente Melancholie
Mit „Sea Level Drive“ endet das Album akustisch und ruhig. Ein Schluss, der eher ausklingt als abschließt. Man kann das konsequent nennen oder schlicht sehr typisch. „A Light That Waits“ ist ein nachdenkliches Album, eines, das Raum schafft, um Gedanken treiben zu lassen.
In einer Zeit permanenter Lautstärke wirkt diese Entschleunigung fast rebellisch. Gleichzeitig weiß man, dass The Fray durchaus noch mehr könnten. Ein wenig Risiko, ein einziger Ausbruch, hätte dem Ganzen ein zusätzliches Extra verliehen.
Doch dieser kleine Wermutstropfen bleibt Jammern auf hohem Niveau. Denn am Ende liefern The Fray genau das, was sie seit Jahren beherrschen. Große Gefühle ohne großes Drama und Songs, die sich leise festsetzen und erstaunlich lange im Kopf bleiben.
The Fray veröffentlichen „A Light That Waits“ am 13.März 2026. (Beitragsbild: Albumcover)




