The Dip: Sticking With It -Albumreview

The Dip: Sticking With It -Albumreview

Ein mitreißendes Blues-Soul-R&B- und Motown-Album von The Dip aus Seattle

In heutiger Zeit eine siebenköpfige Rhythm’n’Blues-Band an den Start zu bringen, ist sicher kein wasserdichter Erfolgsplan. Dass er dennoch aufgehen kann, zeigen The Dip aus Seattle. Seit über zehn Jahren spielt das Septett auf jedem Hof und Straßenfest und hat sich so die nötige Robustheit geholt, um jedes noch so widerborstige Publikum zu gewinnen. Und auch auf Spotify schießt die Band durch die Decke. Fehlt noch der Durchbruch in Europa. Und der soll nun mit “Stickig With It” gelingen.

The Dip mit analoger und geschichtsbewusster Musik

The Dip Sticking With It Cover Dualtone Records

„Eines der Hauptziele für das Album war es, das Gefühl zu erzeugen, dass wir alle zusammen in einem Raum sind, anstatt uns zu sehr darum zu kümmern, dass alles perfekt zusammenpasst“, sagt Drummer Jarred Katz. Elf Songs befinden sich auf der Platte, die allesamt zwischen Blues, Soul, R’n’B und Motown angesiedelt sind. Dazu gibt es jazzige Soli mit der Trompete oder Saxophon. Modernität hört man nur in den Texten, die Musik ist absolut analog und geschichtsbewusst. Und sie ist raffiniert: Bei aller überbordender Spontaneität und Ungeschliffenheit hat die Truppe doch einige Spezialitäten versteckt.

Große Referenzen

Und so kommen beim Hören auch die ganz Großen Referenzen in den Sinn: Die vertrackten Beats und Gitarrenlicks in “Crickets” erinnern an Booker T.; das loose Feel in “Anyway” an Sam Cooke oder James Carr. “Appolonia” lehnt sich an James Hunter Six. Der Überhit des Albums bleibt “When You Lose Someone”, eine Trennungsnummer mit Wehmut, aber ohne Selbstmitleid. Wie die Band hier auf den Refrain hinarbeitet und dann das Flutlicht anknipst, ist schon gewaltig groß. Es ist das Ergebnis dieser jahrelangen Live-Spielerei, des Durchhaltens, des Weiter-an-sich-glaubens, der Liebe zur Sache, die hier zu hören ist. Und die einen Unterschied macht zu zahlreichen Retro-Soul-Nummern, die kopflastiger sind.

Und so erfüllt “Stickig With It” die Zielsetzung voll und ganz. Es reißt mit, begeistert, berührt – und macht enorme Lust, sich ein Konzerte von The Dip anzuschauen. Bis Ende September geht es durch die Staaten, danach geht es nach Europa. Und von dort aus sicher weiter nach oben.

“Sticking With It” von The Dip erscheint am 04.03.2022 bei Dualtone Records. (Beitragsbild von Jake Magraw)

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