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26. Juni 2026Mit „Sun Structures“ legten die britischen Temples vor zwölf Jahren ein superbes Debüt vor. Wohin führt nun der Weg der Psychedelic-Rocker?
von Werner Herpell
Von „atemberaubend“ bis „macht Spaß“ – die Begeisterung für den Neo-Psych-Rock der Temples hat bei Sounds & Books im Laufe der Jahre seit dem Debüt „Sun Structures“ (2014) nachgelassen. Dass es im heimatlichen Großbritannien auch mit dem kommerziellen Appeal eher abwärts ging, zeigen die trudelnden Charts-Platzierungen von Rang 7 bis in die unteren Regionen mit dem vierten Album „Exotico“ (2023). Was kommt jetzt mit „Bliss“ auf uns zu – ein glorreiches Kreativ-Comeback oder ein
künstlerischer Offenbarungseid?
Erleichterung oder Bedauern?
Weder noch, darf/muss man sagen (je nach Erwartungshaltung also erleichtert oder bedauernd). Die fünfte Platte des Quartetts aus Kettering bei Northampton um den Lead-Sänger und Gitarristen James Edward Bagshaw hat durchaus ihre Momente. Manche der zwischen Kula Shaker und Flaming Lips, King Gizzard und Tame Impala angesiedelten Songs, etwa die Singles „Jet Stream Heart“ und „Blue Flame“, „Jaguar“ oder „Megalith“, bezaubern immer noch mit einer leicht exotischen, verträumten Psychedelia. Andere, wie „Vendetta“ oder „Horizon“, setzen mit starken Synth-Akzenten und modischen Stimmenverzerrungen den Temples-Trend Richtung Indie-Dancefloor und Electropop fort.
So bezwingend wie am Anfang, und wie damals auf ganz eig…




