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19. August 2025Der sympathische Schwede Peter Morén ist ein international begehrter Studio/Live-Musiker und Produzent. Kann auch sein zweites SunYears-Album wieder überzeugen?
von Werner Herpell
Den Namen Peter Morén kennen Freunde guter skandinavischer (Alternative-)Popmusik natürlich schon lange, immerhin wurde sein auch international erfolgreiches Trio-Projekt Peter Bjorn and John bereits vor rund 25 Jahren in Stockholm gegründet. Zuletzt traf man den 49-jährigen Schweden auf dem Produzenten-Stuhl und in der Studioband für das famose Album „Strawberries“ von Robert Forster an. Und auch beim schottisch-schwedischen Kollabo-Projekt „Songs For Nina And Johanna“ von James Yorkston And Friends hinterließ er kürzlich seine Sidekick-Spuren.
Debüt von 2023 glänzte mit Promi-Gästen
Ein begehrter Studio- und Live-Musiker also, vermutlich einer der besten und vielseitigsten, die sein nordeuropäisches, stark pop-affines Heimatland zu bieten hat. Daneben ist Peter Morén auch als Singer-Songwriter mit nunmehr zwei Soloalben unter dem Moniker SunYears nicht zu unterschätzen. Vor gut zwei Jahren veröffentlichte er das Debüt „Come Fetch My Soul“, laut „Sounds & Books“-Review „ein in jeder Hinsicht begeisterndes Folkpop-Highlight“, das von vielen tollen Morén-Songs, aber auch von der Mitwirkung prominenter Gäste wie Ron Sexsmith, Jess Williamson, Eric Johnson (Fruit Bats, Bonny Light Horseman), Kathryn Williams, Ren Harvieu und Ed Harcourt profitierte.
Da zahlte sich eine üppige Telefonliste mit interessanten Kollegen-Namen bereits voll aus. Und das ist auch jetzt so, auf dem Nachfolgewerk „The Song Forlorn“, das insgesamt etwas kantiger daherkommt, aber kaum weniger reizvoll klingt. Besonders schön gelingt die Zusammenarbeit Moréns mit befreundeten Musikern auf „Last Night On The Mountain“, einer herrlichen Folk-Hymne, zu der die stets bezaubernde Irin Lisa Hannigan und der britische Folktronica-Künstler Sam Genders (Tunng, Diagrams) ihre vokale Brillanz beisteuern.
Ein Händchen für Mann/Frau-Duette
Im eindrucksvollen Closer und Titelstück „The Song Forlorn“ (mit epischem Gitarrensolo) begleitet die derzeit unermüdliche US-Singer-Songwriterin Madison Cunningham den Schweden. Die Duett-Lieder „If You Were To Ask“ (mit De Clair) und „The Body“ (mit Nicole Atkins) zeigen ebenfalls, dass Morén – wie der schon erwähnte James Yorkston – ein feines Händchen für solche Mann/Frau-Kollaborationen hat.
Aber auch „Spanner In The Works“, ein folkiges Kleinod mit Schrammelgitarren und aufmunternden Handclaps, trifft mit charmanter Eingängigkeit ins Herz. Über das melodieselige Lied sagt Morén: „Dieser Song ist eine allegorische Geschichte, inspiriert von meinem Leben in der Musik. All die wundersamen Dinge, die es mir gegeben hat, Vergnügen, Aufregung, kreative Erfüllung, aber auch die Fallstricke, Sackgassen und steinigen Wege. Sie hat meine Persönlichkeit und meine Sicht auf die Dinge ständig verändert.“
Peter Moréns SunYears dürfen gern wiederkommen
„The Song Forlorn“ ist insgesamt vielleicht nicht ganz so ausgewogen auf Top-Niveau wie „Come Fetch My Soul“ – ein bisschen mehr Füllmaterial gibt’s dann doch nach so kurzer Zeit zwischen den zwei Platten. Aber insgesamt darf man sich nicht nur auf Moréns Live-Auftritte in Robert Forsters Band im Herbst freuen (29.09.2025 Hamburg, Knust; 30.09.2025 Berlin, Festsaal Kreuzberg; 01.10.2025 Dresden, Beatpol; 05.10.2025 Landsberg, Stadttheater; 06.10.2025, Frankfurt/Main, Zoom; 07.10.2025 Köln Stadtgarten), sondern auch auf künftige SunYears-Alben dieses superben Gitarristen und Singer-Songwriters aus Stockholm.
Das Album „The Song Forlorn“ von SunYears erscheint am 22.08.2025 bei Chimp Limbs/Bertus. (Beitragsbild von Tina Axelsson)





