Sumie: Lost In Light – Album Review

Sumie: Lost In Light – Album Review

 

Intime und anmutige Songs der schwedischen Sängerin

Ganze vier Jahre hat sich Sumie für ihr neues Album Zeit gelassen. „Lost In Light“ heißt der Nachfolger des 2013 veröffentlichten, selbstbetitelten Debüts von Sandra Sumie Nagano, der Schwester von Little Dragon-Sängerin Yukimi Nagano. Die introvertierte Songwriterin war beim Erscheinen des Debüts bereits 40 Jahre alt, sie musste sich erst mal in ihrer neuen Rolle als Künstlerin zurechtfinden und die Nachwirkungen positiver wie negativer Art verkraften. Die Arbeit an einem neuen Album sei für sie dementsprechend nicht selbstverständlich gewesen, so Sumie.

Sounds & Books_Sumie_Lost_In_Light_CoverUmso besser, dass Lost In Light mit Hilfe von Karl Vento und Albert af Ekenstam an den Gitarren, den Streicherarrangements von Emma Strååt und Kajsa Persson und Max Lindahl an der Trompete entstanden ist. An der Intensität von Sumies bekannten Folkpurismus hat sich nichts geändert, sie ist vielleicht sogar noch gestiegen. Die vornehmliche Reduzierung auf Gesang und akustische Gitarre weicht im Zweitwerk einer Öffnung hin zu weiteren Instrumenten, ohne die dezente Atmosphäre in Frage zu stellen. Auf Lost In Light sind neun neue Songs versammelt, die zu den intimsten und anmutigsten des Jahres zählen. Sie habe sich von Filmen und Büchern inspirieren lassen, lässt uns Sumie wissen, und hat in „Divine Wind“ ein Gedicht des schwedischen Lyrikers Daniel Klevheden ins Englische übersetzt und vertont. Ein entrückter, schwermütiger Track, samt hypnotischen Gitarren- und zitternden Percussionklängen.

Eine die Einsamkeit beschwörende Gitarre begleitet Sumies klare, Melancholie evozierende Stimme, die im pianobetonten Stück „Night Rain“ in tiefe Traurigkeit fällt und von einer wie aus einem Ennio Morricone-Film entsprungenen, dramatischen Sehnsuchtstrompete begleitet wird. Das geht alles durch Mark und Bein, durch Geist und Seele. Ebenfalls herausragend das jazzig-wehmütige „Pouring Down“, sowie die beiden von elegischen Streichern dominierten Songs „Frö“ und „Leave Me“. Doch gehen das an Leonard Cohen erinnernde „Blue Lines“, das an Marissa Nadler mahnende „The Only Lady“ und das majestätische „Walk Away“ nicht minder unter die Haut. Lost In The Light von Sumie ist ein perfektes Album für depressive Wintertage und ein großartiges Songwriter-Album.

„Lost In The Light“ von Sumie erscheint am 10.11.2017 bei Bella Union / Cooperative Music.

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