Suicide: Surrender – Albumreview

Suicide: Surrender – Albumreview

Ein Suicide-Best-Of-Album mit Liner Notes von Henry Rollins

Ihren Erfolg kann man nicht an Plattenverkäufen messen. Diese waren nämlich während ihrer gesamten aktiven Karriere zwischen 1971 und 2016 eher mäßig. Ihr Verdienst liegt vielmehr in einer vererbten Attitude und einer künstlerischen Kompromisslosigkeit, die unzählige Bands inspirierte. Die beiden Mitglieder Martin Reverby und Alan Vega kombinierten Drummachine, Synthesizer und Sprechgesang, sind also sowas wie die Großväter von Sleaford Mods. Man hätte sie auch unter Minimal Techno labeln können, aber seinerzeit gingen sie als Punks durch und spielten auch im CBGBs. Allerdings mit anderem Vorsatz als die meisten anderen Bands: „Die anderen, die in CBGBs spielten, sagten den Leuten: ‚Da draußen auf den Straßen von New York ist die Hölle‘, wir wollten ihnen sagen: Das da draußen ist eigentlich harmlos, verglichen mit dem, was wir hier treiben. Hier unten ist die Hölle!“

Henry Rollins und das Suicide-Erbe

Suicide Surrender Albumcover Mute Records

Die Hölle klang meist radikal, verstörend und gefährlich. Manchmal aber auch verletzlich und wunderschön. Alan Vegas an Elvis’ orientierter Gesang gab den kühlen Stücken die Wärme. Nachdem Vega 2016 im Alter von 78 Jahren verstarb, kümmert sich vor allem Henry Rollins um das Vermächtnis der Band. Er schrieb auch die Lioner Notes und stellte diese Compilation zusammen, die nicht einfach eine Best Of sein soll, sondern vielmehr eine Anregung, sich mit den Alben der Band noch einmal intensiver auseinanderzusetzen. Enthalten sind insgesamt 16 Titel – von ihrem Debütalbum “Suicide” (1977) bis zu ihrem letzten Studioalbum “American Supreme” (2002).

Der Einfluss auf Depeche Mode und Nick Cave

Die Stücke wurden remastered und klingen auch aus heutiger Perspektive unheimlich frisch. Das hypnotische “Dominic Christ”, das beängstigende “Harlem”, das laszive “Touch Me” – bei jedem Track ist der Einfluss auf andere Acts wie New Order, Depeche Mode, Moby, Soft Cell, The Jesus & Mary Chain, Primal Scream und Nick Cave deutlich hörbar. So lebt das Werk von Reverby und Vega weiter. Mit “Surrender” rücken sie aber noch einmal selbst ins Rampenlicht. Dorthin, wo sie hingehören.

“Surrender” von Suicide erscheint am 08.04.2022 auf Mute / BMG. (Beitragsbild: Albumcover)

Erhältlich bei unserem Partner:

Unterstützen Sie Sounds & Books

Auch hinter einem Online-Magazin steckt journalistische Arbeit. Diese bieten wir bei Sounds & Books nach wie vor kostenfrei an.
Um den Zustand zukünftig ebenfalls gewährleisten zu können, bitten wir unsere Leserinnen und Leser um finanzielle Unterstützung.

Wenn Sie unsere Artikel gerne lesen, würden wir uns über einen regelmäßigen Beitrag sehr freuen.

Spenden Sie direkt über PayPal oder via Überweisung.

Herzlichen Dank!

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Kommentar schreiben