Still Corners: The Last Exit – Albumreview

Still Corners: The Last Exit – Albumreview

Elf neue, anmutige Indie-Dream-Desert-Noir-Pop-Songs des Duos Still Corners

Das britisch-amerikanische Duo Still Corners setzt seinen musikalischen Reigen mit „The Last Exit“ fort. Das mittlerweile fünfte Studioalbum der 2007 gegründeten Indie-Dream-Pop-Band folgt dem vor drei Jahren veröffentlichten „Slow Air“ und erscheint wie die beiden Vorgänger auf dem bandeigenen Label Wrecking Light Records. Für „The Last Exit“ haben Songwriter und Multiinstrumentalist Greg Hughes sowie Sängerin und Keyboarderin Tessa Murray elf neue Songs aufgenommen, die genretechnisch nichts zu wünschen übrig lassen.

Neue Inspirationsquellen in Pandemiezeiten

Still Corners The Last Exit Cover Wrecking Light Records

Ihren Indie-Dream-Pop präsentieren Still Corners im hypnotischen Desert-Noir-Sound, der die Weiten der amerikanischen Wüstenlandschaften und endlosen Highways evoziert. Landschaften zwischen schlichter Kargheit und unermesslicher Schönheit. Eigentlich war „The Last Exit“ bereits fertig, als das Album aufgrund des pandemischen Stillstandes für die Band in einen neuen Fokus geriet. Sie fanden neue Inspirationsquellen und schrieben weitere Songs. Tracks wie das synthlastige und unfassbar traurige „Crying“, das die Einsamkeit bewußtmachende Instrumental „Till We Meet Again“ und das schwermütige, von einem Mark-Knopfler-artigen Gitarrenspiel eingefangene „Static“ zeugen von dieser veränderten Welt.

Still Corners und die pure Eleganz

Das Album startet mit dem überwältigenden Titeltrack, der sich mit Nachdruck für die Liste der Songs des Jahres empfiehlt. Tessa Murray haucht ihren Text tausend Tränen tief, der Drumbeat erinnert verhalten an Fleetwood Mac und an Bob Dylan in der „Oh Mercy“-Phase und im letzten Song-Drittel buhlen eine sehnsüchtige Gitarre und ein aufgewecktes Pianospiel um die Aufmerksamkeit. Pure Eleganz. Im flotten Uptempo-Beat samt New-Wave-Anleihen und verloren schwebenden Vocals umgarnt uns „White Sands“, während „A Kiss Bevor Dying“ die hypnotische Sogwirkung in Mazzy-Star-Manier fortführt. Auch das vergleichsweise dramatisch wirkende „Mystery Road“ und der zarte Closer „Old Arcade“ gehören zu den Album-Highlights. In der Musik von Still Corners schwingt noch in den dunkelsten Momenten die Aura des Anmutigen. Welch ein wunderschönes Album.  

„The Last Exit“ von Still Corners erscheint am 22.01.2021 bei Wrecking Light Records / Cargo Records. (Beitragsbild von Bernard Bur)

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