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14. Juni 2026Mehr als 40 Jahre nach dem Erscheinen des Bruce-Springsteen-Albums „Born In The U.S.A.“ schaut Steven Hyden noch einmal ausführlich zurück auf eines der größten Rock-Alben aller Zeiten
Es ist eines der meistverkauften und bedeutendsten Rock-Alben aller Zeiten. Ein Klassiker. Ein Gigant. In den Monaten nach seinem Erscheinen war „Born In The U.S.A.“ dauerpräsent: im Radio, im Musikfernsehen, in Sportarenen, an der Tankstelle, im Supermarkt, daheim. Für Springsteen und seine E Street Band gibt es ein Leben vor und nach dieser Platte. Für die Rockmusik im Allgemeinen gilt dasselbe. Bruce Springsteen jedenfalls wurde zum Stadion-Act par excellence.
Bruce Springsteen für Jedermann
Und doch waren nicht alle gleich begeistert von diesem Album. Vielen alteingesessenen Fans waren die neuen Songs zu poppig (die Synthie-Hook im Titelsong löste bei manchen heftige Irritationen aus). Andere haderten damit, ihren eng gewordenen Freund nun mit der ganzen Welt – und somit auch mit vielen Nicht-Verstehern und Musik-Laien – teilen zu müssen. Und auch Springsteen selbst, so zeigte sich nach der folgenden Tournee, brauchte Abstand von dieser Platte und allem, was sie aus ihm und seiner Musik gemacht hatte.
Born In The USA: Springsteens Reifeprozess als Künstler
Steven Hyden widmet diesem Album mehr als 40 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung nun ein ganzes Buch und zeigt darin wunderbar anschaulich, wie kompliziert die Entstehung dieser Platte war, welche Irr- und Umwege Springsteen ging und wie gleichzeitig alles fast wie fremdgesteuert seinen Weg fand. Er spricht über die Beziehungen der Bandmitglieder untereinander und erzählt von den vielen Songs, von denen es letztlich zwölf auf das Album schafften. Viele andere wurden später veröffentlicht (etwa „Murder Incorporated“) oder erschienen auf der „Tracks“-Sammlung. Der Autor zeigt Springsteens Reifeprozess als Komponist seit den beiden Vorgängeralben „The River“ und „Nebraska“. Springsteen konnte (und wollte erstmals explizit) Hits für alle Menschen schreiben.
Anekdoten und Geheimnisse
Auch Springsteen-Fans werden auf den rund 280 Seiten viel Neues erfahren. Etwa, wem der Song „Bobby Jean“ gewidmet ist. Welche Rolle Michael Jacksons „Thriller“ bei den Studio-Aufnahmen spielte. Oder was Bands wie The War on Drugs, Arcade Fire oder The Killers mit speziell diesem Album verbinden. Am Ende gelingt Hyden das Kunststück, sowohl die Größe als auch die Widersprüche von „Born In The U.S.A.“ herauszuarbeiten. Er würdigt die Platte als das, was sie bis heute ist: ein ebenso eingängiges wie vielschichtiges Meisterwerk, das weit über seine größten Hits hinausreicht. Zugleich macht sein Buch Lust darauf, dieses Album noch einmal neu zu entdecken – mit offenen Ohren und einem geschärften Blick für die Geschichten hinter den Songs. Eine größere Empfehlung kann man weder dieser Platte noch diesem Buch aussprechen.
Steven Hyden: „Born In The USA – Soundtrack einer Generation“, Hannibal Verlag, 978-3-85445-816-6, 280 Seiten, 25 Euro. (Beitragsbild: Buchcover)





