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8. März 2026Die irische Songwriter A.S. Fanning im Interview mit Sounds & Books über sein Album „Take Me Back To Nowhere“
Interview von Ullrich Maurer
Bereits seit 2013 ist der irische Wahlberliner A.S. Fanning (kurz Steve) als Solo-Künstler unterwegs, nachdem seine damalige Band The Last Tycoons die Segel gestrichen hatte. So richtig ins Bewusstsein der Öffentlichkeit geriet Steve hierzulande aber erst mit seinem letzten Album „Mushroom Cloud“ – einem eleganten Exkurs in Sachen musikalischer Nihilismus. Dieses führte ihn im Sommer 2023 auf Festival-Bühnen, eine Club-Tour und später auch zu einer gefeierten Rockpalast-Aufzeichnung. Nun liegt mit dem malerischen Titel „Take Me Back To Nowhere“ sein aktuelles Album vor, das vom Tenor her dann nicht mehr ganz so desolat ist, wie der Vorgänger. Mit diesem Album wird Steve Fanning in Kürze auf Tour gehen – weswegen wir uns gerne mal mit ihm über die ungewöhnlichen Umstände unterhalten möchten, die zum überraschenden – weil um elektronische Elemente ergänzten – Sounddesign des Albums geführt haben.
A.S. Fanning und die Hand des Schicksals
Hallo Steve! Könntest Du uns bitte ein Mal die Geschichte erzählen, die letztlich dazu führte, dass Du Dein neues Album aufgrund eines gebrochenen Handgelenks mit einem neuen songwriterischen Ansatz angehen musstest?
A.S. Fanning: Das ist eigentlich eine langweilige Geschichte. Ich fuhr auf dem Fahrrad, blieb mit meinem Rad in den Straßenbahn-Schienen hängen und fiel hin – wobei ich mir die Hand brach. Ich dachte zunächst, ich sei OK und wollte sogar mit der Straßenbahn nach Hause fahren, verfiel dann aber ein einen Schockzustand, brach zusammen und fiel mit dem Kopf auf das Pflaster. Dann musste ich mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus, wo sie alle möglichen Untersuchungen und CT-Scans machten und mir eine Metallplatte ins Handgelenk operieren mussten. Die Sache mit dem Kopf stellte sich zum Glück als nicht so gefährlich heraus. Die Neurologen gaben jedenfalls ihr OK.
Wie gingen dann die Arbeiten an dem Album voran – denn Gitarre konntest Du ja nicht spielen?
A.S. Fanning: Nein – und das war ein großes Problem, denn ich war dann doch davon überrascht, wie sehr ich die
Gitarre vermisste. Wir haben uns in Robbie Moore’s Studio in Schweden als Live-Band eingerichtet – wo wir auch das letzte Album aufgenommen hatten und an dessen Aufbau wir auch beteiligt waren. Robbie hat das Album dann auch produziert. Die Stücke hatten wir soweit schon arrangiert – aber dann kamen eben noch die elektronischen Elemente hinzu. Wir haben dann verschiedene Sachen entsprechend angepasst und später noch Overdubs hinzugefügt.
Ich war eigentlich immer schon an elektronischen Sachen interessiert gewesen – aber nun mussten wir diese auch anwenden. Den Umstand, dass ich keine Gitarre spielen konnte, haben wir dann dadurch kompensiert, dass ich ein kleines Keyboard verwendete, dass ich mit der rechten Hand spielen konnte. Eine Herausforderung war das insofern, als dass sich eben die Notwendigkeit ergab, dass ich diese Elemente statt meines Gitarrenspiels verwenden musste. Ich musste also enger mit meiner Band zusammenarbeiten und konnte nicht mehr alles selbst machen.
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