Steve Earle & The Dukes – J.T. – Albumreview

Steve Earle & The Dukes  –  J.T. – Albumreview

Country-Americana-Held Steve Earle covert Songs seines verstorbenen Sohnes Justin Townes Earle

Der Grammy-prämierte Steve Earle ist einer der profiliertesten Singer/Songwriter im Country-Rock bzw. Americana. Der 66jährige schrieb Stücke, die unter anderem Künstler:Innen wie Joan Baez, Bob Seger, Emmylou Harris oder Johnny Cash beeindruckten und von diesen gecovert wurden – er selber veröffentlichte bereits 19 Alben unter seinem Namen; flankiert von teilweise legendären Konzerten, die mitunter an der Drei-Stunden-Marke kratzten. Wie so viele kreative Genies, die Stories erzählen über vom Leben gebeutelte Existenzen, schleppt Earle eine Geschichte mit toxischen Substanzen mit sich herum, die ihn oft ausbremsten wie gefährdeten. Glücklicherweise konnte er sich davon befreien und ist heute clean.

Steve Earle verehrt Townes Van Zandt

Steve Earle & The Dukes J.T. Cover New West Records

Earle verehrt leidenschaftlich den Singer/Songwriter Townes Van Zandt (Earle: „Townes Van Zandt is the best songwriter in the whole world, and I’ll stand on Bob Dylan’s coffee table in my cowboy boots and say that.“) , der 1997 an den Folgen seiner Süchte starb. So groß ist diese Verehrung, dass er seinen 1982 geborenen Sohn nach diesem Idol benannte: Justin Townes Earle. Jener wiederum, ebenso wie sein Vater ein erstklassiger Singer/Songwriter, starb am 20.8.2020. Auch Earle jrs Leben war geprägt vom Umgang mit besagten Substanzen. Ein ambivalentes Verhältnis mit dem fast schon legendären Vater, dessen Profession er dank seines außergewöhnlichen Talentes einfach teilen musste, machte die Sache für ihn gewiss nicht einfacher.

Die familiäre Tragik

So viel Tragik steht hinter dem Release von „J.T.“, wie Justin Townes Earle meist nur genannt wurde, dass es kaum auszuhalten ist: ein Vater spielt die Songs seines Sohnes, der vor ihm ging. Veröffentlicht (digital) bereits an dessen Geburtstag im Januar, haptisch schließlich heute. „J.T.“ vereinigt Lieder aus der ganzen, knapp 10jährigen Schaffensphase des Juniors – und wenn man nichts vom dramatischen Hintergrund der Entstehung dieser Platte weiß oder wissen will, dann ist dies vor Allem ein extrem gut hörbares Americana-Album: griffige Songs, hervorragend umgesetzt von einer sechsköpfigen Band und weit origineller als vieles, was unter dem Begriff „Country“ auf die Menschheit sonst so losgelassen wird. Der ältere Songwriter drückt den Stücken des Sohnes seinen Stempel auf, ohne an deren Substanz zu kratzen und erweist damit Ehre dem jüngeren Songwriter, dessen Werk sich hinter seinem nicht zu verstecken hat. Ganz am Schluss, da wird Earle sen. persönlich; mit dem einzigen von ihm geschriebenen Stück auf dem Album, „Last Words“, auf dem er rekapitulierend Abschied nimmt.

                        „Wherever you are traveling now,

                        it doesn’t matter anyhow,

                        can’t help but wonder if you knew

                        you took a part of me with you“.

„100% der Künstlereinnahmen und Tantiemen von „J.T.“ werden an einen Trust für Etta St. James Earle, die dreijährige Tochter von Justin und Jenn Earle, gespendet“ verrät uns das Promoblatt zum hier besprochenen Album. Falls noch jemand Überzeugungsarbeit benötigt zum Kauf eines Tonträgers. Klasse Musik ersteht man ebenso. R.I.P., J.T.

„J.T.“ von Steve Earle & The Dukes erscheint am 19.03.2021 bei New West Records / PIAS / Rough Trade.

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