Stella Sommer: Northern Dancer – Albumreview

Stella Sommer: Northern Dancer – Albumreview

Stella Sommer becirct mit ihrem zauberhaften zweiten Solo-Album

Stand zu Beginn der Karriere von Stella Sommer noch der Indie-Pop mit Schrammel-Pop-Ausflügen im Vordergrund. Das war zu Beginn des letzten Jahrzehnts, als 2012 das Debütalbum „Herz aus Gold“ ihrer in Hamburg gegründeten Band Die Heiterkeit erschienen ist. Mit wechselnder Besetzung veröffentlichte Sängerin und Songwriterin Sommer unter dem Bandnamen zwei Jahre später das schon wesentlich lakonischere und bei uns besprochene „Monterey“, bevor ihr mit „Pop & Tod I+II“ ein großer Wurf, ein funkelnder Diamant im deutschsprachigen Pop des Jahres 2016 gelang.

Stella Sommer, die Hohepriesterin der Melancholie

Stella Sommer Cover Northern Dancer Records

Im März 2019 setzte Sommer als Die Heiterkeit nach und brachte mit „Was passiert ist“ das nächste majestätisch-erhabene Bandalbum heraus. Dazwischen lag 2018 Sommers Solo-Debüt „13 Kinds Of Happiness“, ein Glanzstück in Sachen Schwermut, hier mit englischen Texten. Auf ihrem zweiten Solo-Werk setzt die mittlerweile in Berlin wohnende Songwriterin den eingeschlagenen Weg des Debüts fort, allerdings noch wesentlich dezenter instrumentiert. Stella Sommer ist längst die deutsche Hohepriesterin der Melancholie und obwohl ihre Stimme das Würdevolle so stolz vorträgt, dass sie häufig fast unnahbar wirkt, verleiht sie ihrem Gesang auf „Northern Dancer“ die nötige Tiefe, um uns ganz nah zu sein. Mit den sparsamen Arrangements verleiht diese Intonation den Songs etwas schön-gefährlich Magisches und Sinnliches.

Musik zwischen betörender Zartheit und sanfter Hingabe

Vom Bandsound ist Sommer abgekehrt, hat Klavier, Gitarre und Synthesizer eingespielt, dazu gesellen sich Geigen, Horn und percussive Elemente. Braust der titelgebende Auftaktsong noch zu orchestraler Größe auf, fließen die restlichen neun Lieder zumeist ruhig, bedächtig und voller Anmut dahin. Düster in „Young Ghost, Old Century“, lieblich in „7 Sisters“ und verwunschen-geheimnisvoll in „Lights On The Water“. Das von uns als Song des Tages vorgestellte „A Lover Alone“ lieferte bereits den richtigen Vorgeschmack auf dieses erhebende Werk. Auch „The Eyes Of The Singer“ dient als weiteres Beispiel für die Schönheit dieser Songs zwischen betörender Zartheit und sanfter Hingabe. Becircend-zauberhafte Musik.

„Northern Dancer“ von Stella Sommer erscheint am 30.10.2020 bei Northern Dancer Records / The Orchard. (Beitragsbild: Gloria de Oliveira)

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